Wenzel II. (Böhmen)
König von Böhmen (ab 1278), Herzog von Krakau (ab 1291) und König von Polen (ab 1300)
ls regierender König erwarb er zur böhmischen 1300 die polnische und von 1301 bis 1303 für seinen Sohn Wenzel III. die ungarische Krone. Im Gegensatz zu seinem Vater Přemysl Ottokar II. war Wenzel II. kein Eroberer, sondern vor allem Diplomat. Als Herrscher über die böhmischen Silberminen verfügte er über genügend Mittel, um sich in der europäischen Politik zu behaupten und Böhmen trotz seines frühen Todes eine langjährige Friedenszeit zu sichern.
Am 4. Februar wurde Wenzel mit seiner Mutter auf die Burg Bezděz überführt. Von diesem Zeitpunkt an war der junge König Geisel des Regenten, Markgraf Otto V. von Brandenburg. Im Spätsommer 1279 brachte der Markgraf den König außer Landes in die Askanierburg Spandau, wo er bis 1282 blieb. Am 24. Mai 1283 kehrte Wenzel nach Prag zurück.
Als Kurfürst war Wenzel II. auch einer der Hauptakteure in der Politik des Heiligen Römischen Reiches. Die Römisch-deutschen Könige Rudolf I., Adolf von Nassau und Albrecht I. waren seine Lehensherren. Der Reichtum und die Macht der Krone Böhmen ließ sie zu Wenzels Verhandlungspartnern und oft auch zu Gegnern werden.
Kasimir von Beuthen unterstellte als erster Herzog sein Herzogtum am 10. Januar 1289 in Prag freiwillig dem böhmischen König Wenzel II. 1291 gewann Wenzel II. die Oberhoheit über einen Großteil des Herzogtums Oppeln und Krakau. 1292 eroberte er das von Herzog Władysław Ellenlang von Kujawien gehaltene Sandomir. Gekrönt wurde Wenzel II. im August 1300 in Gnesen durch Erzbischof Jakub Świnka. Bis Ende 1300 blieb der neue polnische König in seinem Königreich, dann zog er zurück nach Prag. Er betrat Polen nie wieder.