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Adolf von Nassau

römisch-deutscher König (1292-1298), Graf von Nassau (1276-1298)

Zugeständnisse an die Kurfürsten

er Kölner Erzbischof schlug Adolf von Nassau dem Kurfürstenkollegium als König vor. Adolf erklärte sich bereit, den Kurfürsten weitreichende Zugeständnisse zu machen. Am 27. April 1292 ließ sich der Kölner Erzbischof eine Urkunde ausstellen, die ihm Besitzbestätigungen, Verpfändungen von Reichsstädten und Reichsburgen sowie 25.000 Mark Silber zusagte. Die anderen Kurfürsten erhielten ähnliche Zusagen erst nach der Wahl. Am weitreichendsten waren die Versprechen an den böhmischen König Wenzel vom 30. Juni 1292, dem Adolf zusicherte, Albrecht von Österreich die Herzogtümer Österreich und Steiermark wieder zu entziehen. Am 5. Mai 1292 wurde Adolf in Frankfurt gewählt, am 24. Juni in Aachen gekrönt.

Emanzipation vom Wählerwillen

Nach seiner Wahl blieb Adolf zunächst vier Monate im Herrschaftsgebiet des Kölner Erzbischofs, der eine Revision der Schlacht von Worringen erwartete. Adolf emanzipierte sich jedoch rasch von seinen Wählern und schloss Bündnisse mit deren Gegnern. Auch die Versprechen zu Österreich und Steiermark brach er schnell: Albrecht erhielt gegen Herausgabe der Reichskleinodien im November 1292 die förmliche Belehnung mit diesen Gebieten. Adolf agierte als selbstbewusster Herrscher, hielt zahlreiche Hoftage ab, erneuerte den allgemeinen Landfrieden Rudolfs I. für zehn Jahre und nutzte das Lehnswesen, indem er von geistlichen Reichsfürsten Zahlungen für Belehnungen verlangte.

Erwerbungen in Thüringen

Adolf griff in das von Kämpfen zerrüttete Thüringen ein, indem er die Landgrafschaft von Albrecht dem Entarteten kaufte und dabei Streitigkeiten zwischen diesem und seinen Söhnen Friedrich und Dietrich nutzte. Er zog zudem die Markgrafschaft Meißen als Reichslehen ein, nachdem eine Nebenlinie der Wettiner ausgestorben war. Diese Erwerbungen berührten die Interessen von vier Kurfürsten: Mainz beanspruchte Teile Thüringens als Kirchenlehen, Böhmen sah den Machtzuwachs Adolfs an seiner Grenze kritisch. Zwei blutige Feldzüge waren zur Sicherung nötig, ein Landfrieden sicherte die Erwerbungen. Im Sommer 1296 verkündete Adolf auf einem Hoftag, den Besitz des Reiches bedeutend vermehrt zu haben.

Absetzung und Schlacht bei Göllheim

Die Thüringenpolitik führte zur Fürstenallianz gegen Adolf. Zu Pfingsten 1297 schlossen sich die Markgrafen beider brandenburgischen Linien, der sächsische Herzog und der böhmische König zusammen. Im Februar 1298 wurde die Lage bedrohlich, als Wenzel II. und Albrecht von Österreich ihre Streitigkeiten beilegten und Vereinbarungen für den Fall der Absetzung Adolfs trafen. Am 23. Juni 1298 führte ein Treffen der Fürsten zu einem Gerichtsverfahren gegen Adolf, der wegen Landfriedensbruchs in Thüringen und Bruchs seiner Versprechen für unwürdig und seiner Königswürde für verlustig erklärt wurde. Am 2. Juli 1298 trafen die Heere Adolfs und Albrechts in der Schlacht bei Göllheim aufeinander, wo Adolf fiel.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Adolf von NassauVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269354924redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Nachahmer von Arnoldus Montanusentstanden 1662Public domainQuelle