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Heinrich VII. (HRR)

römisch-deutscher König (1308-1313) und Kaiser (1312-1313)

Die Königswahl von 1308

ach der Ermordung König Albrechts am 1. Mai 1308 mussten die sieben Kurfürsten einen Nachfolger wählen. Die Söhne Albrechts kamen kaum in Frage, da das Verhältnis der Habsburger zu den Kurfürsten angespannt war. Auch eine dynastische Nachfolge war den Wählern nicht willkommen. Mit Karl von Valois, dem Bruder Philipps IV., bot sich ein französischer Kandidat an, den Papst Clemens V. jedoch nicht bedingungslos unterstützte. Heinrich VII. trat im Spätherbst 1308 als Bewerber auf und setzte sich durch, nachdem der Kölner Erzbischof, der auch die Stimmen Sachsens und Brandenburgs lenkte, durch Zugeständnisse gewonnen worden war.

Politik im Reich

Heinrich VII. sah sich bei seinem Amtsantritt mit Spannungen konfrontiert, die aus der Hausmachtpolitik seiner Vorgänger Adolf von Nassau und Albrecht I. herrührten. Er suchte einen Neuanfang und verständigte sich früh mit den bei der Wahl übergangenen Habsburgern. Im Juni 1309 bestätigte er die Rechte der Eidgenossenschaft aus Uri, Schwyz und Unterwalden. Beim Hoftag in Speyer im August/September 1309 ließ er die Leichname Adolfs und Albrechts feierlich neu bestatten. Am 17. September 1309 bestätigte er die Rechte der Habsburger, die im Gegenzug ihre Ansprüche auf Böhmen aufgaben und Heinrich Truppen sowie ein Darlehen zur Verfügung stellten, wofür sie Mähren als Pfand erhielten.

Kaiserkrönung in Rom

Als Heinrich Anfang Mai 1312 Rom erreichte, war der Widerstand gegen ihn bereits organisiert, inszeniert von Robert von Anjou und ausgeführt von der Familie Orsini. Guelfische Truppen versperrten den Zugang zu St. Peter, wo die Kaiser traditionell gekrönt wurden. Trotz erbitterter Kämpfe, besonders am 26. Mai 1312, gelang kein Durchbruch. Die drei anwesenden Kardinäle sahen sich schließlich zum Handeln gezwungen, und die Kaiserkrönung fand am 29. Juni 1312 statt, allerdings in der Lateranbasilika statt in St. Peter. Im Anschluss erließ Heinrich ein Ketzergesetz und eine Krönungsenzyklika, die die kaiserliche Universalgewalt begründete.

Folgen von Heinrichs Tod

Für die Anhänger des Kaisers in Italien war sein unerwarteter Tod eine Katastrophe, wenngleich die Ghibellinen am 29. August 1315 bei Montecatini noch einen Sieg über Florenz erringen konnten. Das kaiserliche Heer löste sich Ende 1313 auf, während die politische Lage in Reichsitalien verworren blieb und die Signorie als Herrschaftsform weiter an Bedeutung gewann. Der Tod Heinrichs bedeutete das faktische Ende der traditionellen kaiserlichen Italienpolitik. In Deutschland herrschte zunächst Verwirrung. Die Wahl von Heinrichs Sohn Johann schien möglich, scheiterte aber an unterschiedlichen Interessen der Kurfürsten, während sich der Habsburger Friedrich der Schöne als Kandidat anbot.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Heinrich VII. (HRR)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 267183487redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Autor/-in unbekanntentstanden 1301–1400Public domainQuelle