Friedrich der Schöne
Herzog von Österreich, römischer-deutscher König
ach dem Tod Kaiser Heinrichs VII. 1313 kamen Friedrich der Schöne und Johann von Böhmen als Nachfolger in Frage. Im Frühjahr 1314 sicherte sich Friedrich mit Zahlungen und Gunsterweisen die Stimmen dreier Kurfürsten. Die Unterstützer Johanns, die Erzbischöfe von Trier und Mainz, überredeten ihn schließlich zum Verzicht und schlugen stattdessen Ludwig den Bayern als Kompromisskandidaten vor, der durch seinen Sieg bei Gammelsdorf an Ansehen gewonnen hatte. Beide Bewerber suchten Frankfurt als traditionellen Wahlort auf, wurden aber von den Bürgern abgewiesen. Am 19. Oktober 1314 wurde Friedrich in Sachsenhausen von mehreren Fürsten zum König erhoben.
Beide Seiten warben um die Anerkennung des Papstes und bedienten sich symbolischer Mittel, um ihre Krönung als rechtmäßig darzustellen. Friedrich betrieb eine aktive Italienpolitik und schloss 1316 ein Bündnis mit König Robert von Neapel. Papst Johannes XXII. hielt sich mit einer Stellungnahme zurück. Da 1314 das Mehrheitsprinzip bei Königswahlen noch nicht verbindlich war, erschien eine bewaffnete Auseinandersetzung unausweichlich. Zwischen 1314 und 1322 suchte jedoch keiner der beiden Könige die Entscheidung in einer großen Schlacht. Friedrich war nach der Niederlage bei Gammelsdorf und der Niederlage am Morgarten 1315 zur Zurückhaltung gezwungen. Zu kleineren Gefechten kam es 1315 bei Speyer und Buchloe, 1316 bei Esslingen, 1319 bei Mühldorf und 1320 bei Straßburg, doch eine größere Schlacht blieb zunächst aus.
Im September 1322 versuchten die Habsburger eine militärische Entscheidung zu erzwingen. Friedrich rückte von Osten vor, sein Bruder Leopold von Westen, doch Ludwig traf zuerst ein und besiegte Friedrich in der Schlacht bei Mühldorf. Friedrich geriet in Gefangenschaft, während Leopolds Heer sich zurückzog. Ludwig hielt Friedrich drei Jahre auf der Burg Trausnitz fest, ohne Ketten, aber unter eigener Verpflegungspflicht. Da Friedrichs Brüder sich weiterhin widersetzten, war Ludwigs Herrschaft trotz des Sieges nicht gesichert.
Am 5. September 1325 einigten sich Ludwig und Friedrich im Münchener Vertrag auf eine gemeinsame und gleichberechtigte Herrschaft. Friedrich wurde als Mitkönig anerkannt, sein Bruder Leopold sollte das Reichsvikariat in Italien erhalten. Das Abkommen wurde mit rituellen Handlungen bekräftigt, etwa durch gemeinsamen Kommunionempfang und geteilte Mahlzeiten. Beide Könige sollten laut Vertrag wie eine Person handeln und einander als Bruder bezeichnen. Ein gemeinsames Siegel wurde jedoch nie verwirklicht, jeder nutzte weiterhin sein eigenes. Über die gesamte Amtsgewalt sollte derjenige verfügen, der nach Italien ziehen würde.