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Johann von Böhmen

König von Böhmen, Markgraf von Mähren, Graf von Luxemburg, Titularkönig von Polen

ohann war Sohn Kaiser Heinrichs VII. und Margaretes von Brabant. Nach dessen Wahl zum römisch-deutschen König 1308 wurde er zunächst mit Luxemburg belehnt. Am 30. August 1310 belehnte Heinrich VII. den 14 Jahre alten Johann mit Böhmen und vermählte ihn in Speyer mit Elisabeth, Schwester Wenzels III., mit dessen Ermordung 1306 die Přemysliden ausgestorben waren. Im Oktober 1310 zog Johann nach Böhmen, während sein Vater nach Italien aufbrach. Nach erfolglosen Kämpfen um Kuttenberg und Kolín wurde er am 7. Februar 1311 in Prag gekrönt. In seinen Wahlkapitularien musste er dem Adel zugestehen, Ämter nur mit Böhmen und Mährern zu besetzen. 1313 starb sein Vater, und Johann bemühte sich vergeblich, dessen Nachfolger als römisch-deutscher König zu werden. 1314 fiel die Wahl auf Ludwig den Wittelsbacher, und Johann fügte sich; fortan standen Luxemburger und Wittelsbacher gemeinsam gegen Friedrich den Schönen.

LuxemburgOrt auf der Karte 164849.6114 N, 6.1300 OAuf der Karte zeigen

1322 kämpfte Johann im Bündnis mit den Wittelsbachern in der Schlacht bei Mühldorf und erhielt dafür die Reichspfandschaft Eger. Danach kühlten sich die Beziehungen zu Ludwig ab. In Böhmen konnte Johann seine Macht kaum entfalten, da er häufig abwesend war und sich in europäische Konflikte einmischte, etwa im Streit um Polen, wo er den Deutschen Orden gegen Władysław I. Ellenlang unterstützte und sich an Feldzügen gegen Litauen beteiligte. In Schlesien schworen ihm zwischen 1327 und 1335 mehrere Herzöge die Treue. Johann näherte sich wieder Frankreich an und unterstützte später Philipp VI. mit Truppen. 1335 einigte er sich in Visegrád mit dem polnischen König Kasimir III.: Kasimir erkannte die böhmische Oberhoheit über Schlesien an, Johann verzichtete auf die polnische Krone.

1330 begegneten sich Johann und Kaiser Ludwig der Bayer. Während Ludwig, vom Papst exkommuniziert, einen Italienfeldzug führte, hatte sich Johann zu einem mächtigen und geschickt agierenden Landesherrn entwickelt. Er brach mit nur 400 Panzerreitern von Innsbruck nach Trient auf, um in Oberitalien einen luxemburgischen Herrschaftskomplex zu errichten, möglicherweise auf Bitten der Gesandten aus Brescia, die vor Mastino II. della Scala Schutz suchten. Brescia öffnete ihm die Tore, binnen drei Monaten unterstellten sich alle wichtigen Städte der Lombardei seiner Schutzherrschaft. 1331 trat sein Sohn Karl an seine Seite, der später als 17-Jähriger eigenmächtig Krieg gegen Florenz befahl. Johann erhielt die Signorie über mehrere Städte, doch wuchs das Misstrauen Ludwigs, der seine Vertrauensleute anwies, nur seinem Reichsvikar Otto von Österreich zu gehorchen.

1332 schloss Johann einen Beistandsvertrag mit dem französischen König, der ihm auch in Oberitalien mit einem Aufgebot half. Nach Niederlagen musste er sich 1333 zurückziehen, da sein Sohn Karl die Stützpunkte nicht weiter verteidigen wollte; die Italienpolitik war gescheitert. 1335 verzichtete Johann endgültig gegen Abfindung und die schlesischen Herzogtümer auf die polnische Krone. 1336 kam es zu Kampfhandlungen mit Ludwig um die Alpenländer, die aber noch im selben Jahr beigelegt wurden. 1337 erblindete Johann auf dem rechten Auge, drei Jahre später auch auf dem linken. Im Hundertjährigen Krieg stand er auf Seiten Frankreichs, Ludwig auf Seiten Englands. Am 13. Juli 1346 wurde sein Sohn Karl zum römisch-deutschen König gewählt. Johann selbst fiel 1346 in der Schlacht von Crécy, blind ins Kampfgetümmel geritten.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Johann von BöhmenVersionsgeschichteBearbeitungsstand 268181754redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Otto Posse (1847-1921)Public domainQuelle