Brescia
italienische Gemeinde und Hauptstadt der Provinz Brescia
ach dem Untergang des römischen Reiches wurde Brescia während der Völkerwanderung von Stämmen wie Goten und Hunnen besetzt. Erst 561/562 gelang oströmischen Truppen unter Narses die Eroberung des Ostgotenreiches. Wenige Jahre später kam die Stadt an die Langobarden unter König Alboin. Brescia wurde Sitz eines von insgesamt 36 Herzogtümern des Langobardenreiches, dessen König in Pavia residierte. Aus Brescia stammten zwei Könige: 636 Rothari und 757 Desiderius, unter dem die Stadt zu einem bedeutenden kulturellen Zentrum aufstieg. 753 gründete Desiderius mit seiner Frau Ansa das Kloster San Salvatore und stattete es reich aus, unter anderem mit den Reliquien der Julia von Korsika. 770 heiratete eine Tochter des Desiderius Karl den Großen, den König des Frankenreichs.
Zur Zeit der Karolinger war das von Königin Ansa gegründete Kloster San Salvatore, heute Teil des Museumskomplexes San Salvatore-Santa Giulia, das Zentrum der Stadt. Die Äbtissinnen des Klosters stammten lange Zeit aus den herrschenden Familien.
Anselperga, Tochter von König Desiderius und Königin Ansa, war die zweite Äbtissin von San Salvatore. Es folgten zwei Frauen namens Gisela, die eine Tochter Kaiser Lothars I., die andere Tochter Kaiser Ludwigs II. Engelberga, Ehefrau Kaiser Ludwigs II., wurde ebenfalls Äbtissin in Brescia und später Äbtissin von San Sisto in Piacenza. Ermengarde, eine weitere Tochter Kaiser Ludwigs II. und Ehefrau Bosos von Vienne, sowie Bertha, Tochter Kaiser Berengars I., übernahmen das Amt in den folgenden Jahrzehnten.
Die kommunale Bewegung führte in den späten 1130er Jahren zu schweren Auseinandersetzungen der Bürgerschaft mit dem Bischof, an denen auch der junge Arnold von Brescia beteiligt war. Ab 1167 gehörte Brescia zum Lombardischen Städtebund. 1222 richtete ein Erdbeben schwere Schäden in der Stadt an. 1258 ergriff Ezzelino III. da Romano die Macht, danach herrschten die Scaliger mit Unterbrechungen bis 1336. Anschließend fiel Brescia an die Visconti aus Mailand und 1426 an die Republik Venedig. Im frühen 16. Jahrhundert war Brescia eine der wohlhabendsten Städte der Lombardei, litt aber nach 1512 lange unter der Plünderung durch Gaston de Foix.