Langobarden
historische elbgermanische Ethnie
ie Frühgeschichte der Langobarden gilt heute eher als Geschichte politisch-militärischer Verbände denn eines geschlossenen wandernden Volkes. Strabon und Tacitus erwähnten für das Jahr 3 vor Christus als Teil des Marbod-Bundes bezeichnete Langobarden. Während eines Feldzuges des Tiberius zur Elbe im Jahr 5 nach Christus wurde ihre Macht laut Velleius Paterculus gebrochen, Strabon berichtet von einer Übersiedlung vom linken auf das rechte Elbufer. Danach verschwanden die Langobarden für rund 150 Jahre aus den Quellen. Die Archäologie zeigt eine elbgermanische Fundgruppe beiderseits der unteren und mittleren Elbe und in Böhmen. Im Jahr 166 nach Christus drangen Langobarden zu Beginn der Markomannenkriege plündernd ins Römerreich ein, danach verlagerte sich der Siedlungsschwerpunkt von Mecklenburg in die westelbische Altmark.
Bis zum 8. Jahrhundert hatte sich bei den Langobarden eine Verwaltungsstruktur mit dem rex an der Spitze herausgebildet. Ihm unterstanden die iudices, zusammengesetzt aus den duces und den gastalden beziehungsweise comes. Das Amt des dux war auf Lebenszeit vergeben und oft erblich, während Gastalden häufiger ausgewechselt wurden. Darunter standen die actores, gegliedert in sculdahis, centenarius und locopositus, und noch eine Stufe tiefer decani, saltarii und verschiedene scariones mit eher polizeilichen Aufgaben. Am Hof gab es Ämter wie marpahis, stolesaz, vesterarius und spatharius, während der Mundschenk nur eine untergeordnete Rolle spielte. Der referendarius leitete die königliche Kanzlei.
Die Liste der Könige der Langobarden reicht von Alboin ab 568 über Rothari, Liutprand und Aistulf bis zu Desiderius, dem letzten langobardischen König, der 757 bis 774 regierte. Danach herrschte Karl der Große von 774 bis 781 in Personalunion, gefolgt von Pippin, erneut Karl der Große von 810 bis 812, dann Bernhard, Ludwig der Fromme und Lothar I. Mit Ludwig II., der ab 844 bis 875 regierte, endet die Liste, da das Amt des Herzogs der Langobarden in dem des Königs von Italien aufging, einem Titel, den Ludwig schon 839 oder 840 von seinem Vater erhalten hatte.