Dionysius von Paris
Bischof von Paris, Nationalheiliger Frankreichs
ionysius wurde im 3. Jahrhundert, vermutlich um das Jahr 250, von Papst Fabianus mit sechs weiteren Bischöfen von Rom aus als Missionar nach Gallien gesandt. Laut Gregor von Tours war er um diese Zeit Bischof von Paris. Der römische Statthalter ließ ihn und seine Begleiter Rustikus und Eleutherius verhaften und enthaupten. Der Legende nach nahm Dionysius auf dem Richtplatz am Montmartre sein Haupt auf, wusch es in einer Quelle und trug es sechs Kilometer weit an den Ort, an dem er begraben werden wollte. Dort errichtete der fränkische König Dagobert I. im Jahr 626 die Abtei und Basilika Saint-Denis, die später den französischen Königen als Grablege diente. Die ältesten Lebensbeschreibungen stammen von Gregor von Tours, populär wurde später die Vita des Abtes Hilduin von Saint-Denis, der Dionysius mit Dionysius Areopagita gleichsetzte.
Dionysius gilt als Nationalheiliger Frankreichs und Schutzpatron der französischen Könige sowie zahlreicher Orte, unter anderem Paris und Krefeld. Sein Gedenktag ist der 9. Oktober, die Reliquienübertragung nach Paris wird regional am 4. Dezember begangen. Nach ihm sind die Stadt Saint-Denis bei Paris sowie rund 50 weitere Orte in Frankreich, Belgien und Kanada benannt. In Deutschland erfuhr er besondere Verehrung im Regensburger Benediktinerkloster St. Emmeram, das sich rühmte, die angeblich Ende des 10. Jahrhunderts von Kaiser Arnulf aus Paris geraubten Gebeine des Heiligen zu besitzen. Das um 1050 entstandene Querhaus mit Westchor ist ihm und dem heiligen Wolfgang von Regensburg geweiht, die um 1052 entstandenen Steinreliefs am Nordportal zeigen ihn neben Jesus Christus und dem heiligen Emmeram. Seit dem Jahr 1450 gehört er zu den vierzehn Nothelfern.
In Statuen, Glasmalereien und Bildern wird Dionysius meist als Bischof dargestellt, jedoch der Legende entsprechend kopflos, mit seinem abgeschlagenen Haupt in den Händen. Die ältesten dieser Darstellungen sind noch mittelalterlich, etwa am Portalgewände des Portail de la Vierge der Kathedrale Notre-Dame de Paris. Danach werden Darstellungen dieser Art immer häufiger.