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Elisabeth von Thüringen

Heilige des Mittelalters

andgraf Hermann von Thüringen starb 1217, und Ludwig übernahm im Alter von 17 Jahren die Regentschaft. 1221 heirateten er und die 14-jährige Elisabeth in der Georgenkirche in Eisenach. Die Ehe war nach übereinstimmenden Quellen glücklich. Ludwig, ein zielstrebiger und mitunter skrupelloser Machtpolitiker, zeigte seiner Frau Treue und Feingefühl, die von den Gepflogenheiten seiner Standesgenossen abwichen. Elisabeth saß entgegen den Konventionen ihrer Zeit bei Tisch neben ihm und begleitete ihn regelmäßig auf Reisen. Ihre tätige Hilfe für Bedürftige und Kranke fand seine Unterstützung; 1223 gründete das Ehepaar gemeinsam ein Hospital in Gotha. Die später verbreitete Legende vom Rosenwunder wurde Elisabeth erst nachträglich zugeschrieben und widerspricht der Darstellung des Verhältnisses der Eheleute in anderen Quellen.

Im Laufe des Jahres 1226 löste der weltliche Priester Konrad von Marburg den Laienbruder Rodeger als geistlichen Berater Elisabeths ab. Papst Innozenz III. hatte Konrad bereits 1216 zum Kreuzzugsprediger in der Kirchenprovinz Bremen ernannt, und Papst Gregor IX. machte ihn 1227 zum Reformator und Visitator des Welt- und Ordensklerus in Deutschland. Damit erhielt er umfangreiche Rechte: Er überprüfte Klöster, Stifte und einzelne Priester auf die Einhaltung der Ordensregeln und konnte bei Missständen reformierend eingreifen und Kirchenstrafen verhängen. Zeitgenössische Quellen beschreiben ihn als Mann strenger Askese, der in äußerster Armut lebte und innerkirchliche Reformen befürwortete. Gregor IX. beauftragte ihn zudem, Ketzer aufzuspüren und der Gerichtsbarkeit zu überstellen. Konrad war wegen seiner Dogmatik umstritten, galt als machtgierig und als unbarmherziger Verfolger derer, die der kirchlichen Lehre nicht folgten.

Elisabeth starb im Alter von 24 Jahren. Details über ihr Sterben stammen vor allem von Irmgard, einer Marburger Spitalschwester, und aus einem Brief Konrads von Marburg an Papst Gregor IX. Danach erkrankte sie am 4. oder 5. November und starb in der Nacht vom 16. auf den 17. November 1231. Konrad nahm ihr die letzte Beichte ab, danach empfing sie die Sterbesakramente. Elisabeth beauftragte ihn, ihr verbliebenes Vermögen an die Armen und Bedürftigen zu verteilen. Sie wurde in der Kapelle des von ihr gegründeten Hospitals aufgebahrt. Irmgard berichtete, dass viele Leute während der Aufbahrung als Zeichen ihrer Verehrung Stücke von den Tüchern über Elisabeths Gesicht abrissen sowie ihr Haupthaar, Nägel und sogar einen Finger abschnitten. Am 19. November wurde sie in der Kapelle des von ihr gegründeten Franziskushospitals beigesetzt.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Elisabeth von ThüringenVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270310389redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Heinrich Stürzlentstanden 1235–1249CC BY-SA 4.0Quelle