Kontextartikel2 Min. Lesezeit

Holländischer Krieg

Krieg der Großmächte in Europa und Nord Russland

ach dem Devolutionskrieg gegen Spanien 1667/1668 musste Ludwig XIV. wegen der Tripelallianz aus England, Schweden und den Niederlanden am 2. Mai 1668 den Frieden von Aachen unterzeichnen. Er machte vor allem die Niederlande für dieses Bündnis verantwortlich und fühlte sich betrogen. Seine Politik richtete sich fortan gegen dieses Land. Zunächst war Frankreich jedoch außenpolitisch isoliert. Diese Isolation zu überwinden und gegen die Niederlande vorzugehen, wurde zum vorrangigen Ziel der französischen Diplomatie.

Ludwig XIV. gewann durch den geheimen Vertrag von Dover 1670 England und wenig später Schweden als Verbündete. Mit Brandenburg bestand seit 1669 ein Bündnis, im Winter 1670 kam eines mit Bayern hinzu. Im April 1670 ließ er das Herzogtum Lothringen besetzen und dessen Herzog vertreiben. Kaiser Leopold I. verpflichtete sich am 1. November 1671 in einem Geheimabkommen, nur bei direkter Betroffenheit deutscher oder spanischer Interessen einzugreifen, auch wegen eines Aufstands in Ungarn. Der Kurfürst von Köln und der Bischof von Münster schlossen sich dem Bündnis gegen die Niederlande am 4. Januar 1672 an. Damit stand im Frühjahr 1672 einem Angriff auf die isolierten Niederlande nichts mehr entgegen.

Im März 1672 erklärten Frankreich und England den Niederlanden den Krieg, die Franzosen drangen bis Utrecht vor. Wilhelm III. von Oranien verhinderte eine Niederlage, indem er Schleusen und Dämme öffnen ließ. Die Niederländer siegten im August 1672 bei Groningen und gewannen im Dezember die Festung Coevorden zurück. 1673 belagerte Ludwig Maastricht, das nach 13 Tagen kapitulierte. Dadurch griffen Spanien und Österreich ein, und der Krieg weitete sich zum Reichskrieg aus. Turenne und Condé wurden an den Mittelrhein und ins Elsass gesandt. England schied 1674 mit dem Frieden von Westminster aus dem Krieg aus, Brandenburg schloss sich der Koalition an, worauf Schweden Ende 1674 in die Mark Brandenburg einfiel.

Erste Verhandlungen fanden ab 28. Juni 1673 in Köln statt, wurden aber 1674 durch die Abreise der französischen Delegierten abgebrochen. Da die alliierten Streitkräfte den französischen unterlegen waren, kam es 1678 zum Friedensvertrag von Nimwegen, der 1679 in Kraft trat. Frankreich behielt den Großteil seiner Eroberungen, gab aber den Norden der besetzten Spanischen Niederlande zurück und erhielt von Spanien die Freigrafschaft Burgund sowie Freiburg aus österreichischem Besitz. Brandenburg musste 1679 im Frieden von Saint-Germain einen Großteil seiner Eroberungen zurückgeben.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Holländischer KriegVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270565863redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Adam Frans van der Meulenentstanden 1690Public domainQuelle