Louis de Valois, duc d’Orléans
Herzog von Orléans, Herzog von Valois
n seinen jungen Jahren hatte Ludwig ein enges Verhältnis zu seinem gut drei Jahre älteren Bruder, dem König. Er war intelligent und recht gebildet und betätigte sich als Mäzen. Vor allem aber war er ehrgeizig und liebte die Prachtentfaltung. Da sein Bruder Karl VI. ab 1392 an schubweisen Zuständen geistiger Verwirrung litt, benötigte er einen Regenten und/oder einen Regentschaftsrat. Die Macht wurde in den 1390er-Jahren hauptsächlich vom Regentschaftsrat ausgeübt, den die Onkel des Königs bildeten, vor allem der energische und mächtige Philipp der Kühne von Burgund. Allerdings wuchs Ludwig nach und nach zu einem Konkurrenten Philipps heran. Nachdem dieser 1404 verstorben war, brach ein offener Machtkampf zwischen dessen Sohn und Nachfolger Johann Ohnefurcht und Ludwig aus. Ludwig stand hierbei im Bündnis mit der Königin, seiner Schwägerin.
Ende November 1407 ließ Johann seinen Cousin und Rivalen Ludwig durch Meuchelmörder auf offener Straße niederstechen und festigte so seine Machtposition am Hof. Dies erlaubte es ihm, sich der Bestrafung zu entziehen, die Ludwigs Gattin Valentina vergeblich durchzusetzen versuchte, bevor sie Ende 1408 erschöpft einer Krankheit erlag. Der Mord an Ludwig löste einige Jahre später den Bürgerkrieg der Armagnacs und Bourguignons aus. Johann selbst wurde in dessen Verlauf ebenfalls ermordet, als er sich 1419 auf der Seine-Brücke von Montereau mit dem Dauphin, dem späteren König Karl VII., zu einem vermeintlichen Versöhnungsgespräch traf.
1389 wurde Ludwig mit Valentina Visconti, seiner Cousine 1. Grades, Tochter des Herzogs Gian Galeazzo Visconti von Mailand, vermählt. Aus der Ehe gingen zehn Kinder hervor, von denen nur vier überlebten, darunter Karl, Herzog von Orléans, dessen Sohn Ludwig als Ludwig XII. 1498 König wurde, und Johann, Graf von Angoulême, dessen Enkel Franz 1515 als Franz I. König wurde.