Johann Ohnefurcht
Herzog von Burgund
ohann wuchs in Flandern auf und wird als klein, mürrisch, aber mutig und bedächtig beschrieben. Er trug zunächst den Titel Graf von Nevers, den er später an seinen Bruder Philipp weitergab, während sein Bruder Anton die Grafschaft Rethel erhielt. 1396 geriet er in der Schlacht von Nikopolis in türkische Gefangenschaft und wurde für 200.000 Dukaten freigekauft. 1404 wurde er Herzog von Burgund und ließ 1407 seinen Rivalen Ludwig von Orléans in Paris ermorden. Nach dem Vertrag von Chartres 1409 und erneutem Machtkampf ab 1410 verband er sich 1415 mit Heinrich V. von England, eroberte 1418 Paris zurück und wurde am 10. September 1419 bei Montereau ermordet. Sein Sohn Philipp folgte ihm nach.
Nach dem Antritt seines Erbes vereinte Johanns Wappen das Wappen seines Vaters Philipps des Kühnen als Graf von Tours und Herzog von Burgund mit dem Wappen von Flandern, da er von seiner Mutter Margarete von Flandern die Grafschaften Flandern und Artois sowie die Pfalzgrafschaft Burgund erbte.
Johann trug im Laufe seines Lebens mehrere Titel: von 1384 bis 1404 war er als Johann I. Graf von Nevers, von 1404 bis 1405 Graf von Charolais, ab 1404 bis zu seinem Tod 1419 Herzog von Burgund als Johann II., und ab 1405 bis 1419 zugleich Graf von Artois, Pfalzgraf von Burgund und Graf von Flandern, jeweils als Johann I.