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Sigismund (HRR)

römisch-deutscher König und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches aus dem Hause Luxemburg (1368–1437)

Herkunft und ungarische Krone

igismund war ein Sohn Kaiser Karls IV. und der Halbbruder Wenzels von Luxemburg. Wenzel entstammte Karls dritter Ehe mit Anna von Schweidnitz, Sigismund der vierten Ehe mit Elisabeth von Pommern. Er galt als hochgebildet, sprach Deutsch, Latein, Italienisch und Französisch und hatte Freude am Turnier. 1378 erhielt er die Mark Brandenburg, die zuvor Wenzel besessen hatte, 1379 mit dem Tode Ottos von Bayern auch die damit verbundene Kurwürde. Einen Anspruch auf die ungarische Krone erwarb er 1387 durch die Heirat mit Maria von Ungarn, brauchte aber die Hilfe seines Bruders Wenzel gegen den ungarischen Adel und die Erbansprüche des Hauses Anjou. Intrigen, bürgerkriegsähnliche Zustände und die Kosten der Eroberung der Residenz in Ofen verzögerten die Krönung bis zum 31. März 1387 in Stuhlweißenburg.

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Am 4. Juni 1387 befreiten seine Truppen unter dem Palatin Nikolaus von Gara die in Novigrad festgehaltene Königin Maria. Erst danach wurde Sigismund von der Mehrheit der Stände als König akzeptiert. 1388 verpfändete er die Mark Brandenburg an seine Vettern Jobst und Prokop, um die Militärausgaben in Ungarn zu decken. 1411 übergab er die Mark nach dem Tod Jobsts an Burggraf Friedrich VI. als Pfand für 150.000 entliehene Goldgulden und gab sie 1417 endgültig mit Land und Kur den Hohenzollern als Lehen. Damit durchkreuzte er den Plan seines Vaters, der die Mark 1373 vor allem wegen der zweiten Kurstimme erworben hatte. Der Tod seines einzigen Sohnes 1395, das kinderlose Versterben der Vettern, die eigene Wahl 1411 und die Verlobung seiner Tochter mit Albrecht V. von Österreich ließen das Stimmgewicht entbehrlich erscheinen.

1390 bis 1391 schlugen Truppen unter Gara neue Aufstände in Kroatien nieder und warfen Angriffe der Bosnier unter Tvrtko I. zurück. In den Abwehrkämpfen gegen die Truppen des Osmanischen Reiches rief Sigismund die europäische Ritterschaft zu Hilfe. Vor allem französische und burgundische Ritter folgten und beanspruchten die Führung. Vom 25. bis 28. September 1396 erlitt das vereinigte christliche Heer in der Schlacht bei Nikopolis eine schwere Niederlage. Sigismund entkam der Gefangenschaft nur mit Hilfe venezianischer Schiffe, die ihn über Konstantinopel und Rhodos nach Dalmatien zurückbrachten. Ab 1397 wurde das ungarische Militärwesen neu organisiert. Um an Geld zu kommen, beschnitt Sigismund kirchliche Rechte und zog sich die Gegnerschaft des ungarischen Klerus zu.

Gefangenschaft und Rückkehr

Im Frühjahr 1401 schloss Sigismund ohne Wissen der ungarischen Stände einen wechselseitigen Erbvertrag mit seinem Cousin Markgraf Jobst von Mähren. Am 28. April setzten ihn die aufständischen Stände unter dem Graner Erzbischof Johann Kanizsay und dem Prior Emerich Bebek von Vrana auf der Ofener Burg gefangen. Nikolaus von Gara bewachte ihn achtzehn Wochen auf der Burg Siklós. Jobst von Mähren stellte im Einvernehmen mit Herzog Albrecht IV. von Österreich ein Heer auf, rückte zwischen Waag und Donau vor und eroberte Tyrnau, Frauenmarkt und Preßburg zurück. Nachdem Stibor von Stiborzice und Hermann II. von Cilli weitere Herren gewonnen hatten, gab Nikolaus von Gara den König frei. Am Landtag zu Papa erfolgte am 27. Oktober 1401 die offizielle Wiedereinsetzung Sigismunds in die alten Thronrechte.

Am 6. März 1402 ließ Sigismund seinen Bruder König Wenzel auf dem Prager Hradschin verhaften; am 2. Juni kam der Gefangene auf die Burg Schaunberg bei Eferding. Herzog Albrecht IV. übernahm die Ehrenhaft, bis Wenzel im November 1403 aus Wien floh. Am 18. August 1402 erneuerte Sigismund die Erbvereinigung der Häuser Luxemburg und Österreich. Am 5. August 1403 landete mit Unterstützung Papst Bonifatius IX. König Ladislaus von Neapel in Zara und ließ sich von Erzbischof Kanizsay zum Gegenkönig krönen. Johann von Gara und Stibor von Stiborzice vereinigten sich bei Preßburg mit Sigismunds Aufgebot und wehrten die Invasion ab. Beim Reichstag von Ofen 1403 amnestierte Sigismund seine politischen Gegner. 1404 starb Albrecht IV. mit 27 Jahren an Ruhr.

Um sich die Unterstützung des Gara-Clans zu erhalten, vermählte sich Sigismund mit der Grafentochter Barbara von Cilli; Tochter dieser Ehe war Elisabeth von Luxemburg. 1407 führte er ein starkes Heer gegen Bosnien, das wieder zu Ladislaus von Neapel abgefallen war, und unterwarf es seiner Oberhoheit. Der nördliche Teil kam zum Banat von Macso, der westliche an Kroatien, dessen Ban Hermann von Cilli wurde, der östliche an Fürst Stefan Lazarević von Serbien. Dalmatien blieb zunächst Ladislaus ergeben und ging später durch Verkauf an die Republik Venedig verloren. 1408 schuf Sigismund den Drachenorden. Die eingewanderten Deutschen übernahmen, vom König gefördert, eine führende Rolle im Land.

Wahl zum römisch-deutschen König

Nach dem Tod König Ruprechts von der Pfalz am 18. Mai 1410 war Sigismund neben Jobst von Mähren Kandidat für die Nachfolge. Er entsandte Friedrich VI. von Nürnberg ins Kurkollegium, um die brandenburgische Stimme für sich abzugeben, und setzte sich zunächst mit 4:3 Kurstimmen durch. Am 1. Oktober 1410 stellten die übrigen Kurfürsten fest, dass diese Stimme Jobst zustehe, da Sigismund ihm Brandenburg 1387 mit allen Rechten verpfändet hatte. Die Krone ging an Jobst, der jedoch am 18. Januar 1411 starb. Am 21. Juli desselben Jahres wurde Sigismund zum König gewählt. Zum Dank verlieh er Friedrich von Hohenzollern 1415 die erbliche Würde eines Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg und belehnte ihn 1417 mit der Kurmark und dem Amt des Erzkämmerers.

Im Reich fehlte Sigismund, auch bedingt durch die Politik seines Vaters Karl IV., die nötige Hausmacht für erfolgreiche Reichspolitik; seine finanzielle Lage blieb angespannt. Das größte Problem der Zeit war die Kirchenspaltung, das Abendländische Schisma. Seine größte Leistung bestand in der Wiederherstellung der Einheit der Römischen Kirche auf dem Konzil von Konstanz von 1414 bis 1418. Dabei kam ihm zugute, dass sein Königtum relativ gefestigt war, während das Papsttum an Macht und Ansehen verloren hatte. Sigismund ging diplomatisch geschickt vor und verhandelte einzeln mit den europäischen Herrschern. Sein Versuch einer Reichsreform ließ sich nicht in allen Punkten durchsetzen. Die sogenannte Reformatio Sigismundi war nur eine anonyme Schrift, die sich auf ihn berief. 1414 erließ er einen Schutzbrief für die Heilbronner Juden.

Das Konzil von Konstanz

Die Unruhen und theologischen Streitigkeiten in Böhmen beschäftigten auch das ab November 1414 tagende Konzil von Konstanz; das Land sollte vom Vorwurf der Häresie befreit werden. Sigismund sicherte dem Prager Prediger Jan Hus freies Geleit zu und stellte einen Geleitbrief in Aussicht. Hus reiste vorher ab, erreichte Konstanz am 3. November, predigte drei Wochen in einer Herberge und wurde dann festgenommen. Als Sigismund am 24. Dezember 1414 eintraf, gab er sich zornig über den Bruch des Geleits, tat aber nichts zu Hus' Befreiung. Die geistlichen Konzilsteilnehmer erklärten seine Zusage für nichtig. Sigismund widersprach nicht, denn er wollte die böhmische Krone seines Bruders Wenzel erben und Böhmens Ruf als rechtgläubig rehabilitieren. Am 6. Juli 1415 wurde Hus als Häretiker zum Feuertod verurteilt und verbrannt.

Die Hussitenkriege

In Böhmen führten das Konstanzer Urteil und die Verbrennung Hus' zu Volksaufständen. Im Sommer 1419 spitzte sich der Konflikt zu. Ende Juli 1419 nahmen die Hussiten Prag ein, wobei es zum Ersten Prager Fenstersturz kam. Wenzel floh und starb am 16. August desselben Jahres. Sigismund wollten die Hussiten nicht anerkennen, weil er seine Zusage für Hus nicht eingehalten hatte. Die Kreuzzugsbulle Papst Martins V. vom März 1420 machte aus dem Aufstand einen Krieg. Am 14. Juli 1420 wehrten die Hussiten in der Schlacht am Prager St. Veitsberg die Eroberung der Stadt ab, doch am 28. Juli 1420 ließ sich Sigismund im Prager Veitsdom zum König von Böhmen krönen. Sein treuester Verbündeter wurde Herzog Albrecht V. von Österreich, der später zu seinem Nachfolger bestimmt wurde.

Nach dem Tode Žižkas übernahm im Oktober 1424 Andreas Prokop die Führung der Hussiten, die weiterhin siegreich blieben. Auch ein Beschluss des Reichstags zu Nürnberg 1431 wendete das Kriegsglück nicht; der Kreuzzug unter Kardinal Giuliano Cesarini endete am 14. August 1431 mit einer Niederlage in der Schlacht bei Taus. Da den königlichen und päpstlichen Truppen der Sieg verwehrt blieb, wurde zwischen 1431 und 1433 verhandelt. Auf dem Basler Konzil erhielten die Hussiten mit den Prager Kompaktaten Zugeständnisse. Der gemäßigte Flügel der Utraquisten verbündete sich mit den kaiserlichen Truppen gegen die radikalen Taboriten, die am 30. Mai 1434 bei Lipan vernichtend geschlagen wurden. Erst 1436 endeten die Kriegshandlungen überall. Am 5. Juli 1436 mussten die Böhmen auf dem Landtag von Iglau die Kompaktaten und Sigismund als König von Böhmen anerkennen.

Italienzug, Kaiserkrone und Tod

Sigismunds diplomatisches Talent zeigte sich während des 1431 begonnenen Italienzugs. Unmittelbar nach der Niederlage bei Taus trat er mit einigen hunderten Ungarn den Zug nach Rom an. Herzog Filippo Maria Visconti von Mailand war schnell gewonnen; unter dessen Schutz empfing Sigismund am 25. November 1431 die Eiserne Krone der Lombardei für Reichsitalien. Nachdem er die Bedeutung des apostolischen Stuhls anerkannt und sich zur Ausrottung der böhmischen Ketzerei verpflichtet hatte, weihte ihn der Papst am 31. Mai 1433 in Rom zum Kaiser. Im Frieden von Ferrara vom 7. April 1434 bereinigten Kaiser und Papst ihre Differenzen. Im vollen Ornat ließ sich der Kaiser in Znojmo noch auf den Thron heben und starb dort am 9. Dezember 1437. Mit ihm endete die Luxemburger Dynastie im männlichen Stamm.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Sigismund (HRR)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 268280550redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Ehemals zugeschrieben an Antonio Pisanelloentstanden 1433Public domainQuelle