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Jan Hus

christlicher Reformator und Märtyrer

ie theologischen Auseinandersetzungen in Böhmen beschäftigten ab 1414 das Konzil von Konstanz. Der deutsche König Sigismund sicherte Hus freies Geleit zu und stellte einen Geleitbrief in Aussicht. Hus machte sich schon vorher auf den Weg, um seine Ansichten vor dem Konzil darzulegen. Trotz Exkommunizierung und Kirchenbann wurde er auf der Reise freundlich empfangen. Am 3. November erreichte er Konstanz. Der Papst hob am 4. November 1414 die Kirchenstrafen gegen ihn auf. Zunächst predigte er drei Wochen in einer Herberge in der St.-Pauls-Gasse, der heutigen Hussenstraße.

Am 28. November wurde Hus verhaftet und im Haus des Domkantors bei der Bischofspfalz eine Woche gefangengehalten. Am 6. Dezember kam er in einen halbrunden Anbau des Dominikanerklosters auf der Dominikanerinsel. Dort verbrachte er qualvolle Monate, tagsüber gefesselt, nachts in einem Verschlag, dem Gestank einer Kloake ausgesetzt, schlecht ernährt und krank. Am 24. März 1415 wurde er in ein erträglicheres Quartier, den Barfüßerturm, verlegt, da man ihn vorher zum Widerruf bewegen wollte. Als Sigismund am 24. Dezember 1414 eintraf, zeigte er sich über den Bruch des Geleitbriefes zornig, half Hus aber nicht. Da er die böhmische Krone seines Bruders Wenzel erben wollte, war ihm mehr daran gelegen, den Ruf Böhmens zu rehabilitieren.

Am Nachmittag des 6. Juli 1415 wurde Jan Hus auf dem Brühl zwischen Stadtmauer und Graben zusammen mit seinen Schriften lebendigen Leibes verbrannt. Der Weg dorthin führte vom Münster über die heutige Wessenbergstraße, den Obermarkt und das Paradieser Stadttor. Zuvor hatte man ihm eine Schandkrone mit drei Teufeln und der Aufschrift Erzketzer aufgesetzt. Im Auftrag des Königs vollstreckte Pfalzgraf Ludwig das als Reichsgesetz geltende Urteil. Reichsmarschall Haupt II. von Pappenheim forderte Hus im Namen Sigismunds ein letztes Mal zum Widerruf auf, doch Hus weigerte sich. Auf sein Zeichen wurde die Fackel an den Holzstoß gelegt. Seine Asche streuten die Henker in den Rhein.

Die Verurteilung fiel in eine Zeit heftiger Kämpfe um weltliche und kirchliche Vormacht. Sigismund hatte den Machtkampf gegen seinen Vetter Jobst von Mähren nach dem Tod König Ruprechts gewonnen. Drei Papstanwärter stritten um das Amt: Gregor XII. in Rom, Benedikt XIII. in Avignon sowie in Pisa Alexander V. und danach Johannes XXIII. Nach der Absetzung Johannes XXIII. und der Hinrichtung von Jan Hus galt mit der Wahl Martin V. 1417 die bestehende Ordnung als bestätigt. Die Hinrichtung löste den Ersten Prager Fenstersturz aus. In den folgenden Hussitenkriegen von 1419 bis 1434 wurden fünf Kreuzzüge gegen die Taboriten entsandt, die in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts Böhmen, Mähren und Nachbarländer verwüsteten.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Jan HusVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269020661redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Autor/-in unbekanntPublic domainQuelle