Provinz Zeeland
Provinz der Niederlande
rste Siedlungsspuren auf Zeeland weisen in die keltische und römische Antike. Im Jahr 52 v. Chr. unterwarf Julius Caesar die Menapier, die auf dem Gebiet des heutigen Zeeland gesiedelt haben dürften. Die Gallia Belgica lag auf der Handelsroute von der Germania Inferior, vor allem Köln, nach Britannia. Der Nehalennia-Tempel bei Colijnsplaat weist auf einen Kult keltischen Ursprungs hin, der in der Form des 2. oder 3. Jahrhunderts bereits eine Adaption darstellte. Nehalennia war eine regionale Gottheit ohne römisches Pendant. Mit dem 4. Jahrhundert ging auch Zeeland im wörtlichen Sinne unter; das Versinken dürfte sich bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts hingezogen haben. Gegen Ende des 6. Jahrhunderts wird eine kleinere Handelsniederlassung auf Walcheren vermutet, deren Siedler wohl Friesen waren.
Zwischen 688 und 695 eroberte Pippin II. die niederländischen Küstengebiete. Damit begann die fränkische Zeit, in die auch die Christianisierung Zeelands fiel. 690 ging bei Zoutelande der irische Mönch Willibrord an Land, der 695 Bischof von Utrecht wurde und 739 im von ihm gegründeten Kloster Echternach starb. Alkuin beschrieb ihn um 786 in der Vita Sancta Willibrordi. Unter Karl dem Großen und Ludwig dem Frommen häuften sich Einfälle der Normannen an den großen Flüssen, vor allem am Rhein, und ab dem beginnenden 9. Jahrhundert auch in Zeeland.
841 belehnte Lothar I. den Wikinger Heriold mit Walcheren. Die Belehnung zeigt, dass sich damals bereits Normannen auf Zeeland angesiedelt hatten, brachte aber nicht den gewünschten Erfolg. Von etwa 880 bis 890 entstanden über Zeeland verteilt Fluchtburgen, aus denen Oostburg, Oost-Souburg, Middelburg, Domburg und Burgh hervorgingen. Middelburg zeigt bis heute die ringförmige Wehranlage in seinem Grundriss. Bewohnt wurden diese Ringwall-Burgen zunächst nicht. Die Überfälle endeten erst um 1000.
Seit dem Mittelalter gehört der Kampf gegen das Wasser zur Geschichte Zeelands. Gewinn und Verlust von Land wechselten einander ab, und die vielen kleinen Inseln wuchsen langsam zu den heutigen größeren Inseln und Halbinseln zusammen. Im 16. und 17. Jahrhundert hatte Zeeland eine bedeutende wirtschaftliche Stellung innerhalb der Niederlande; Middelburg, Veere und Zierikzee waren bedeutsame Handelsstädte. Im 18. Jahrhundert sank die Bedeutung, auch weil viele kleinere Flüsse versandeten.