Lothar I. (Frankenreich)
fränkischer Kaiser
othar war der älteste Sohn Ludwigs des Frommen und Irmingards. Ab August 814 regierte er Bayern, im Juli 817 wurde er Mitkaiser. 822 erhielt er Italien, 823 die Kaiserkrone von Papst Paschalis I. 829 empörte er sich mit seinen Brüdern gegen den Vater, 833 kam es zum Treffen auf dem Colmarer Rotfeld, das später als Lügenfeld bekannt wurde. 834 musste sich Lothar unterwerfen und behielt nur Italien. 839 erhielt er auch Austrasien. Nach dem Tod des Vaters 840 beanspruchte er die Kaiserwürde, wurde aber 841 bei Fontenoy geschlagen. Im Vertrag von Verdun 843 erhielt er das Mittelreich mit Rom und Aachen. 855 teilte er sein Reich unter seine Söhne Ludwig II., Karl von der Provence und Lothar II. und starb kurz danach in Prüm.
Lothars Gebeine wurden 1721 beim Neubau der Abteikirche von Prüm in den neuen Hochaltar umgebettet und 1860 wiedergefunden. 1874 wurde mit finanzieller Unterstützung des deutschen Kaisers Wilhelm I. ein neues Grabmal geschaffen.
In den erzählenden Quellen wird Lothar meist als von Ehrgeiz getrieben und ohne Staatsräson geschildert. Dieser negative Ruf wurde auch von zahlreichen Wissenschaftlern übernommen. Doch stammen die zeitgenössischen Hauptquellen allesamt aus dem Umfeld seiner Brüder Karl und Ludwig. Ein Geschichtswerk aus Lothars eigenem Umfeld ist entweder nicht entstanden oder nicht überliefert.