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Vertrag von Verdun

Vertrag von 843 zur Teilung des Frankenreichs zwischen den Enkeln Karls des Großen

em Vertrag ging ein Streit zwischen Lothar, Karl und Ludwig voraus, die sich über das Erbe ihres 840 verstorbenen Vaters nicht einigen konnten. Es folgten lange, von Misstrauen geprägte Verhandlungen, in deren Verlauf das Reich inventarisiert wurde. Die dabei entstandene Descriptio regni wurde zur Grundlage der Teilung, die nach geographisch-politischer Gleichwertigkeit und wirtschaftlichem Ertrag erfolgte. Die Vorverhandlungen endeten vom 19. bis 24. Oktober 842, als in der Basilika St. Kastor in Koblenz 110 Gesandte der drei Kaisersöhne zusammenkamen. Das Ergebnis beschworen die Brüder im Jahr darauf bei einem Treffen in Verdun. Der genaue Wortlaut des Vertrags ist nicht überliefert, entweder wurde er nie schriftlich fixiert oder die Urkunde ging verloren. Die wesentlichen Inhalte lassen sich jedoch aus zeitgenössischen Quellen wie den Annales Bertiniani und den Annales Fuldenses rekonstruieren.

Die Dreiteilung des Reiches hatte nur kurzen Bestand. Bereits 855, nach dem Tod Lothars, wurde das Mittelreich in der Teilung von Prüm unter seinen Söhnen weiter aufgeteilt. Den nördlichen Teil, Lotharingien, Ursprung des späteren Lothringen, teilten Ost- und Westfrankenreich 870 im Vertrag von Meerssen unter sich auf, bevor er 880 im Vertrag von Ribemont vollständig an das Ostfrankenreich fiel. Trotz der Teilung bemühten sich die Brüder nominell und ideell um eine gemeinsame Politik und betonten den dynastischen Zusammenhalt, sodass das Reich weiterhin als karolingisches Ganzes galt. Der Vertrag von Verdun ist daher nicht als Reichs-, sondern als Herrschaftsteilung innerhalb der Königsfamilie zu sehen. Zu einer dauerhaften Wiedervereinigung der Reichsteile kam es jedoch nicht mehr.

Der Vertrag von Verdun besiegelte das endgültige Scheitern der Staatsidee der im Kaiser repräsentierten Reichseinheit, auch wenn unter Karl III. das Frankenreich für wenige Jahre seine äußere Einheit wiedererlangte. Die im 19. Jahrhundert verbreitete Vorstellung, der Vertrag markiere die Geburtsstunde Deutschlands, gilt heute als überholt, da Deutschland nicht durch einen einzelnen Akt entstand. Dennoch setzte der Vertrag durch die Schaffung des Ostfrankenreichs eine langfristige Entwicklung in Gang, die im Verlauf des Hochmittelalters zur Entstehung Deutschlands führte.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Vertrag von VerdunVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270356948redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Anonymentstanden 1401–1500Public domainQuelle