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Schlacht bei Dürnkrut

mittelalterliche Schlacht in Österreich

Vorgeschichte

ach dem Untergang der Staufer und der Absetzung Friedrichs II. 1245 begann im Reich das Interregnum. Als 1246 der letzte Babenberger Herzog starb, versuchte Ottokar II. von Böhmen, das herrenlose Erbe seinem Königreich anzugliedern. Nach dem Sieg über Béla IV. beherrschte er Österreich, Steiermark, Kärnten, Krain, Friaul und die Windische Mark, verlor aber durch seine Politik den Rückhalt des Hochadels. 1273 wählten die Kurfürsten Rudolf von Habsburg zum König. Dieser forderte die entfremdeten Reichsgebiete zurück, Ottokar verweigerte die Rückgabe und wurde geächtet. 1276 zwang ihn Rudolf mit ungarischer Hilfe zur Anerkennung und zur Rückgabe der Herzogtümer sowie zur Belehnung für Böhmen und Mähren. 1278 zog Ottokar erneut gegen Wien, und am 26. August trafen die Heere aufeinander.

Vorabend der Schlacht

Ottokar gewann diesmal leichter Verbündete, darunter den Herzog von Niederbayern, den Markgrafen von Brandenburg, polnische Fürsten und durch Freundschaft mit dem Erzbischof von Köln die Neutralität der geistlichen Kurfürsten. Sein Plan, am 15. Juli in Österreich einzumarschieren, scheiterte an unvollständiger Truppensammlung, sodass er zunächst Drosendorf und Laa an der Thaya belagerte. Diese Verzögerung nutzte Rudolf, der Wien aufgab und seine Verbündeten auf dem Marchfeld bei Stillfried versammelte. Trotz Behinderungen in Bayern trafen die Kontingente rechtzeitig ein, darunter die ungarischen Kumanen, die die Donau überquerten. Am 18. August brach Ottokar die Belagerung ab, am 23. August bezog Rudolf sein Lager bei Dürnkrut zur offenen Feldschlacht.

Die Schlacht

Beide Seiten verfügten über etwa 30.000 Mann, wobei nur die berittenen Truppen kämpften. Rudolf stellte seine Reiter in drei Treffen zu je zwei Gruppen mit rund 1500 Reitern auf, Ottokar ebenso, jedoch mit 2000 Rittern pro Einheit. Rudolf bereitete zwei Finten vor: 60 Ritter unter Ulrich II. von Kapellen versteckten sich in den Weingärten auf Ottokars rechter Flanke, und sein stärkstes drittes Treffen blieb außerhalb der Sichtlinie. Am Morgen des 26. August 1278 griffen die Heere an. Ottokar hatte mit etwa 6500 schweren Rittern zunächst Übergewicht gegenüber den rund 4500 Rittern Rudolfs. Die rund 4000 kumanischen Bogenschützen unter Ladislaus schlugen früh Ottokars linken Flügel und schwächten seine Kavallerie. Als die Hauptheere aufeinanderprallten, stürzte Rudolf, dessen Pferd getötet wurde, doch Heinrich Walter von Ramschwag rettete ihn. Nach drei Stunden zeigte Ottokars Heer Erschöpfung.

Österreich

Rudolf ließ den Leichnam Ottokars dreißig Wochen in Wien zur Schau stellen und begann, sein Reich zu ordnen. Er zog langsam in Böhmen ein, versprach den Besiegten Schonung und trennte sich von den plündernden Kumanen. Mit der Königinwitwe Kunigunde einigte er sich und beendete den Konflikt, während ein Vorstoß Ottos von Brandenburg durch die Übertragung der Vormundschaft über den siebenjährigen Wenzel und die fünfjährige Verwaltung Böhmens beigelegt wurde. Rudolf erhielt Kärnten, Steiermark, Österreich und Krain zurück und sicherte sich durch freundschaftliche Politik mit Wien und dem Adel die Unterstützung für sein Kernland. Am 17. Dezember 1282 belehnte er auf dem Reichstag zu Augsburg seine Söhne Albrecht I. und Rudolf II. mit den Gebieten. Die Kaiserwürde erhielt er selbst nie. Seit 1278 sind die Habsburger in Wien beurkundet und bewahrten ihre Vormachtstellung 640 Jahre lang.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Schlacht bei DürnkrutVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269995533redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Jörg Breu der Jüngereentstanden 1555Public domainQuelle