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Rudolf I. (HRR)

römisch-deutscher König

Herkunft

udolf entstammte dem Geschlecht der Habsburger, das sich auf einen um die Mitte des 10. Jahrhunderts lebenden Guntram zurückverfolgen lässt. Die Habichtsburg lag im Aargau und gab dem Geschlecht seinen Namen. 1108 ist mit Otto II. erstmals ein Angehöriger mit dem Geschlechtsnamen belegt. Der Besitz beruhte auf Allod zwischen Reuss und Aare sowie auf Klostervogteien in der Nordschweiz und im Elsass. Im 12. Jahrhundert erlangten die Habsburger die Landgrafschaft im oberen Elsass mit umfangreichem Güterbesitz zwischen Basel und Straßburg. Rudolf ging aus der Ehe Albrechts IV. von Habsburg mit Heilwig, einer Gräfin von Kyburg, hervor. Er wurde nicht am Königshof erzogen und kannte weder die Schrift noch Latein. Als 1240 die Nachricht vom Tod des Vaters eintraf, übernahm Rudolf die Alleinherrschaft der Hauptlinie.

KönigsschaffhausenOrt auf der Karte 164848.1469 N, 7.6045 OAuf der Karte zeigen

Der Graf

Rudolf setzte die enge Anbindung der Habsburger an die Staufer fort und hielt sich 1241 am Hof Kaiser Friedrichs II. in Faenza auf. Um 1253 heiratete er Gertrud von Hohenberg; mit dem Albrechtstal als Heiratsgut vermehrte er seinen elsässischen Besitz. Die Doppelwahl von 1257 brachte dem Reich mit Alfons X. von Kastilien und Richard von Cornwall zwei Könige. Die Zeit bis zur Königswahl von 1273 wird als Interregnum bezeichnet, ein Begriff, der erst im 18. Jahrhundert üblich wurde. Rudolf sicherte sich 1254 die Vogtei über das Kloster Sankt Blasien, setzte sich im März 1262 in der Schlacht von Hausbergen gegen den Straßburger Bischof durch und behauptete 1264 das Kyburger Erbe gegen Peter von Savoyen.

Die Wahl von 1273

Nach dem Tod Richards von Cornwall 1272 wollten die Fürsten einen neuen König erheben. Papst Gregor X. überließ ihnen die Entscheidung und wollte nur die Approbation vornehmen. Ottokar von Böhmen empfahl sich vergeblich beim Papst; nach dem Aussterben der Babenberger hatte er 1251 das Herzogtum Österreich übernommen, später kamen die Steiermark 1261, das Egerland 1266 sowie Kärnten, Krain und die Windische Mark 1269 hinzu. Im August 1273 setzte der Papst den Fürsten ein Ultimatum. Der Mainzer Erzbischof Werner von Eppstein brachte Rudolf von Habsburg als Kandidaten ein. Am 1. Oktober 1273 wählten die in Frankfurt versammelten Kurfürsten Rudolf einmütig, am 24. Oktober krönte ihn der Kölner Erzbischof Engelbert II. in Aachen.

Die Kurie hatte Bedenken gegen Rudolf, der lange ein treuer Anhänger der Staufer gewesen war. Rudolf kam diesen Bedenken entgegen und verzichtete auf eine Wiederaufnahme der staufischen Politik in Italien. Am 26. September 1274 erkannte ihn der Papst als rechtmäßigen König an. Alfons von Kastilien gab seinen Anspruch erst 1275 auf. Auch wenn Rudolf nicht dem Stand der Reichsfürsten angehörte, war er als Graf zum mächtigsten Territorialherrn im Südwesten des Reiches aufgestiegen.

Heiraten

Bereits an seinem Krönungstag in Aachen veranstaltete Rudolf eine Doppelhochzeit. Seine etwa 20-jährige Tochter Mathilde wurde mit dem Pfalzgrafen bei Rhein und Herzog von Oberbayern Ludwig II. vermählt, seine Tochter Agnes mit Herzog Albrecht II. von Sachsen. Später kamen die Verbindungen zwischen Hedwig und Otto VI. von Brandenburg sowie zwischen Guta und Wenzel II. hinzu. Durch diese Heiraten band Rudolf sämtliche weltlichen Königswähler als Schwiegersöhne an seine Familie.

Rückgewinnung des Reichsguts

Die Kurfürsten erwarteten die Rückführung der dem Reich entfremdeten Güter und Rechte. Künftig mussten die Kurfürsten königlichen Veräußerungen von Reichsgut zustimmen; diese Willebriefe traten unter Rudolf regelmäßiger auf. Die Revindikationen begannen zwei Tage nach der Krönung: Auf einem Hoftag am 26. Oktober 1273 wurden unrechtmäßig erhobene Zölle für ungültig erklärt, im Dezember 1273 in Speyer die Herausgabe unrechtmäßig erworbenen Kronguts verkündet. Rudolf verfügte über keine Finanzbehörde und war auf Betroffene oder Zufälle angewiesen. Er setzte auf Landvogteien; Schwaben und Elsass wurden in je zwei Landvogteien eingeteilt. Erfolgreich verliefen die Rückforderungen vorwiegend in Schwaben, im Elsass und im Rheinland. Im Norden war die Königsherrschaft nur schwach präsent.

Krieg gegen Ottokar

Auf dem Hoftag in Nürnberg im November 1274 eröffnete Rudolf einen Prozess gegen Ottokar von Böhmen. Der böhmische König ließ die Frist verstreichen; am 24. Juni 1275 wurde die Reichsacht über ihn verkündet, im Juni 1276 die Aberacht. Rudolf gewann die Grafen von Görz-Tirol, Philipp von Spanheim, den Salzburger Erzbischof und einen Teil des ungarischen Adels. Er führte den Hauptangriff nicht gegen Böhmen, sondern gegen die schwache böhmische Herrschaft in Österreich. In Wien musste Ottokar am 21. Oktober 1276 Frieden schließen. Am 25. November nahm Rudolf in grauem Gewand und auf einem Holzschemel dessen Huldigung entgegen. Ottokar gab Österreich, Steiermark und Kärnten mit Krain und Pordenone heraus und wurde mit Böhmen und Mähren belehnt.

Der Friede war von kurzer Dauer. Im Juni 1278 kam es erneut zum Krieg. Bis auf den Pfalzgrafen fand Rudolf bei den Kurfürsten keine Unterstützer; Ottokar gewann Markgraf Otto V. von Brandenburg, Herzog Heinrich XIII. von Niederbayern sowie die schlesischen und polnischen Herzöge. Rudolf erhielt die Unterstützung des ungarischen Königs Ladislaus IV. und bot die habsburgische Hausmacht auf. Am 26. August 1278 kam es zur Schlacht von Dürnkrut nordöstlich von Wien. Rudolf nahm im Alter von 60 Jahren selbst am Kampf teil. Der Flankenangriff einer zurückgehaltenen Reserve von etwa 60 Rittern brachte ihm den Sieg. Ottokar wurde von einigen österreichischen Adligen erschlagen.

Österreich für das Haus Habsburg

Die Schlacht schuf die Grundlage für das spätere Donaureich. Ottokars Sohn Wenzel wurde als Nachfolger in Böhmen und Mähren anerkannt, Böhmen war durch die brandenburgische Schutzherrschaft dem habsburgischen Zugriff entzogen. Rudolf hielt sich von 1276 bis Pfingsten 1281 fast ohne Unterbrechung im Südosten auf. Im Sommer 1282 erreichte er die Zustimmung der Kurfürsten in Willebriefen zur Nachfolge seiner Söhne. Auf einem Hoftag in Augsburg am 27. Dezember 1282 belehnte er Albrecht und Rudolf mit Österreich, der Steiermark, Krain und der Windischen Mark zu gesamter Hand und erhob sie in den Reichsfürstenstand. In der Rheinfelder Hausordnung vom 1. Juni 1283 musste er Albrecht die österreichischen Herzogtümer alleine überlassen. 1286 verzichteten die Söhne auf Kärnten.

Hof und Städte

Rudolf knüpfte in Hofhaltung und Herrschaftspraxis an die staufische Tradition an und besetzte das Hofrichteramt erneut. Er musste durch das Reich reisen, um seiner Herrschaft Geltung zu verschaffen. Der Norden galt als königsferne Landschaft, die er nicht betrat. Für seine Herrschaftszeit sind 16 Hoftage überliefert; den letzten hielt er am 20. Mai 1291 in Frankfurt am Main. Aus seiner gut achtzehnjährigen Herrschaftszeit sind 2223 Urkunden erhalten, davon 622 für eine Stadt und weniger als 70 für norddeutsche Empfänger.

Landfrieden

Rudolf begann eine königliche Landfriedenspolitik, die sich zunächst auf regional und zeitlich begrenzte Absprachen beschränkte. 1276 erging ein auf Österreich beschränkter Landfrieden, 1281 folgten Landfrieden für Bayern, Franken, das Rheinland und erneut Österreich. In Würzburg wurde der Frieden am 24. März 1287 nach dem Vorbild des Mainzer Reichslandfriedens von 1235 auf das ganze Reich für drei Jahre ausgeweitet. Von Dezember 1289 bis November 1290 hielt sich Rudolf in Sachsen und Thüringen auf. Im Winter 1289/90 zerstörte er in Thüringen nach sächsischen Angaben 66 oder 70 Raubburgen.

Kaiserkrone, Nachfolge und Tod

Rudolfs Streben nach der Kaiserwürde sollte vor allem seinem Sohn die Nachfolge sichern. Zunächst wollte er Hartmann zum Nachfolger machen, doch dieser ertrank im Dezember 1281 im Rhein. Sein gleichnamiger Sohn Rudolf starb am 10. Mai 1290 unerwartet in Prag. Der einzige überlebende Königssohn Albrecht fand auf einem Hoftag in Frankfurt am 20. Mai 1291 keine Zustimmung bei den Kurfürsten; 1292 wurde Adolf von Nassau gewählt. Erst Heinrich VII. empfing 1312 wieder die Kaiserwürde in Rom.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Rudolf I. (HRR)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 270166361redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
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