Afrika
Kontinent auf der Nord- und Südhalbkugel der Erde
Woher der Name kommt
er Name Africa bezeichnete in der Antike zunächst nur die römische Provinz um Karthago im heutigen Tunesien. Ägypten hieß Aegyptus, das übrige Nordafrika Libya, das Gebiet südlich davon Aithiopia. Der römische Senator und Feldherr Scipio Africanus verwendete den Namen Africa erstmals, abgeleitet vom lateinischen Afer, das seinerseits von einem einheimischen Stamm stammen könnte. Andere Deutungen führen den Namen auf das hebräische Wort für Staub, das griechische Wort für unkalt oder das lateinische Wort für sonnig zurück.
Die frühe Geschichte des Kontinents
Die ältesten bekannten menschlichen Lebensspuren wurden in Afrika gefunden. Von hier breiteten sich zunächst der Homo erectus und später der anatomisch moderne Mensch nach Asien und Europa aus. Auch die ältesten Steingeräte, die einfachen Oldowan-Geräte, stammen aus Afrika. Im Niltal entstand mit Ägypten eine der ersten Hochkulturen. Spätere Königreiche wie die Ashanti und die Haussa in Westafrika entstanden deutlich später. Auch in Ost- und Südafrika sowie im Gebiet des heutigen Sudan, damals Nubien oder Kusch genannt, gab es bedeutende Kulturen. Nubische Pharaonen beherrschten für eine Dynastie ganz Ägypten. Im Süden Afrikas waren die Bewohner Groß-Simbabwes eine bedeutende Kultur.
Die Völker des Kontinents
Im Norden Afrikas lebten schon Jahrtausende vor der Ankunft der Araber um das 7. Jahrhundert berberische Völker. Sie zogen sich in die Gebirge des Maghreb zurück, durchmischten sich aber im Laufe der Jahrhunderte mit den Arabern und schufen eine eigene maghrebinische Kultur. Auch die Völker Nordostafrikas, wie die Amharen, sind semitische Völker. Die Sahara wird von den Tuareg bewohnt, in Westafrika leben Mande- und Gur-Völker, Hausa, Yoruba, Wolof und Fulbe. In Zentral- und Ostafrika sind die Bantu beheimatet. Die Khoisan-Völker im Süden, ebenso wie Berber, Tuareg und Massai, zählen zu den indigenen Völkern.
Glauben auf dem Kontinent
In Nordafrika, Ostafrika und Westafrika ist der Islam weit verbreitet, dem laut Auswärtigem Amt 44,2 Prozent aller Afrikaner angehören, darunter Araber und Berber in Nordafrika. Vor allem in West- und Südostafrika praktizieren viele Menschen traditionelle Religionen, geschätzt 13 bis 20 Prozent. Die übrigen 38 bis 43 Prozent gehören christlichen Konfessionen an, wobei die Mehrheit der afrikanischen Christen im Süden Afrikas lebt. Eine Sonderrolle spielt die Äthiopisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche, da das Königreich Aksum in Äthiopien das Christentum zur Staatsreligion machte.