Europa
terrestrischer Kontinent im Nordwesten Eurasiens
n der Antike vereinigte das Römische Reich zur Zeit des Augustus erstmals das gesamte südliche Europa mit den anderen Küstenländern des Mittelmeerraums in einem Großreich. Im Römischen Reich konnte sich das Christentum schnell ausbreiten. Trotz Verfolgungen wurde es in der Spätantike von Konstantin dem Großen gefördert und unter Kaiser Theodosius I. zur Staatsreligion erhoben. Mit dem Ende der Antike brach das Imperium Romanum im Westen zusammen, bestand im Osten aber als Byzantinisches Reich bis 1453 fort. In dieser Zeit drängten mit der Völkerwanderung germanische Stämme wie Angelsachsen, Franken und Goten in das westliche Europa und bildeten den Grundstein für spätere Nationen wie England, Frankreich und Spanien. Im Frühmittelalter erklärte das Paderborner Epos den Herrscher des Frankenreichs, Karl den Großen, zum „Vater Europas“.
Die verschiedenen Ausrichtungen des Christentums haben weite Teile des europäischen Kontinents über mehr als 1500 Jahre mitgeprägt. Christliche Einflüsse erreichten Europa erstmals im 1. Jahrhundert nach Christus. Um 2005 waren römisch-katholische Kirche, protestantische Kirchen und orthodoxe Glaubensgemeinschaften mit über 70 Prozent die am häufigsten vertretenen Religionsgemeinschaften in Europa. Die römisch-katholische Kirche hat seit 1964 sechs Heilige zu Patronen Europas ernannt. Der Islam breitete sich im 8. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel aus, wurde aber im Zuge der Reconquista vom 13. bis zum 15. Jahrhundert wieder verdrängt.
Zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert bauten zahlreiche europäische Nationen koloniale Imperien mit großen Besitztümern auf allen anderen Kontinenten auf. Im 19. Jahrhundert wurde Europa durch die auf den ganzen Kontinent übergreifende Industrielle Revolution die führende Wirtschaftsregion der Erde. Nach 1945 brachten internationale Einrichtungen wie die EFTA und die Europäische Gemeinschaft einen Wachstumsschub, der bis in die 1970er und teilweise 1980er Jahre anhielt. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurde Europa ein wohlhabender Kontinent mit Industriemetropolen, ertragreicher Landwirtschaft, wachsendem Dienstleistungssektor und florierender Außenwirtschaft.