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Al-Kamil

vierter Sultan der Ayyubiden in Ägypten (1218–1238)

ach dem Tod seines Vaters al-Malik al-Adil I. trat al-Kamil dessen Nachfolge in Ägypten an, während Syrien und die Dschazira an seine Brüder al-Muazzam und al-Aschraf fielen. Zunächst musste er sich mit den Kreuzfahrern des Kreuzzugs von Damiette auseinandersetzen. Nach der Eroberung der Festung Damiette im November 1219 bot al-Kamil Verhandlungen an, die vom päpstlichen Legaten Pelagius von Albano und den italienischen Seerepubliken abgelehnt wurden. Als die Kreuzfahrer 1221 nach Kairo vorstießen, wurden sie bei al-Mansura vernichtend geschlagen. Während dieses Kreuzzuges begegnete al-Kamil Franz von Assisi, der versuchte, ihn zum Christentum zu bekehren. Der Sultan war beeindruckt und schenkte Franziskus ein Signalhorn, ließ sich aber nicht bekehren.

Als Kaiser Friedrich II. zu seinem Kreuzzug von 1228 bis 1229 aufbrach, geriet das Ayyubidenreich erneut unter Druck. Da al-Kamil vor allem seine Macht in Syrien ausweiten wollte, trat er früh in Verhandlungen mit Friedrich. Dessen diplomatisches Geschick und seine Sympathie für den Islam trugen dazu bei, dass am 18. Februar 1229 der Frieden von Jaffa auf zehn Jahre geschlossen wurde. Darin wurde ein Großteil Jerusalems an das Königreich Jerusalem abgetreten, dessen Souveränität durch al-Kamil bestätigt wurde, wobei die Stadt nicht befestigt werden durfte. Der Vertrag führte zu einer Intensivierung des Austauschs mit Europa, wurde innenpolitisch aber von arabischer wie christlicher Seite verurteilt, da man in ihm keinen Erfolg für eine der beiden Seiten sah.

Nach dem Tod seines Bruders al-Muazzam 1228 eroberte al-Kamil zusammen mit al-Aschraf Damaskus, worauf das Reich zwischen beiden aufgeteilt wurde. Nach einem Sieg über die Choresmier 1230 scheiterte 1234 ein Feldzug nach Anatolien, und der Widerstand der ayyubidischen Führungsschicht gegen al-Kamils Zentralisierungspolitik wuchs. Als er 1235 nach Kairo zurückkehrte, waren fast alle ayyubidischen Sultane gegen ihn. Nach al-Aschrafs Tod 1237 gelang ihm noch die Eroberung von Damaskus 1238 und die Entmachtung seines jüngsten Bruders as-Salih, doch al-Kamil starb am 6. März 1238, bevor er einen Zentralstaat schaffen konnte, und das Reich zerfiel erneut. Sein 18-jähriger Sohn al-Adil II. wurde sein Nachfolger in Kairo.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Al-KamilVersionsgeschichteBearbeitungsstand 263598984redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Anonymusentstanden 1341–1348Public domainQuelle