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Jerusalem

Stadt in den judäischen Bergen

m Rahmen des über jüdische Fernhändler vermittelten Gesandtenaustauschs der Karolinger mit den Abbasiden und mit den Patriarchen von Jerusalem wurde Karl der Große zu Beginn des 9. Jahrhunderts nach dem Zeugnis fränkischer Chronisten vom muslimischen Herrscher Hārūn ar-Raschīd als formeller Beschützer der christlichen heiligen Stätten anerkannt. Das ist als Affront gegenüber Byzanz zu werten. In den letzten Lebensjahren Hārūn ar-Raschīds lebten mindestens 406 Mönche und Nonnen in Jerusalem, darunter knapp 60 aus dem Westen Europas, der Rest aus Byzanz.

Am 15. Juli 1099 eroberten die Kreuzritter unter Gottfried von Bouillon und Raimund von Toulouse die Stadt, nachdem sie sich drei Belagerungstürme gebaut hatten. Nach neuesten Erkenntnissen wurden etwa 3.000 Einwohner getötet; ältere Quellen mit höheren Opferzahlen werden in der Forschung bezweifelt. Die Kreuzritter gründeten das christliche Königreich Jerusalem und bauten eine Reichsverwaltung auf. In Jerusalem entstanden die geistlichen Ritterorden, insbesondere die Johanniter und die Templer. Der Deutsche Orden fasste im Heiligen Land erst gegen Ende des 12. Jahrhunderts Fuß.

1187 eroberte Saladin die Stadt nach kurzer Belagerung, nach der Niederlage der christlichen Ritter in der Schlacht bei Hattin. Auch danach blieb Jerusalem im europäischen Weltbild die „Mitte der Welt“, sichtbar etwa in der Ebstorfer Weltkarte. Richard Löwenherz plante im dritten Kreuzzug die Rückeroberung, führte den Feldzug aber wegen militärischer Aussichtslosigkeit nicht aus. Kurzzeitig gelangte Jerusalem noch einmal in den Besitz der Kreuzfahrer, als Kaiser Friedrich II. die Stadt 1229 gegen den Widerstand des mit ihm verfeindeten Papstes Gregor IX. durch Verhandlungen mit dem Ayyubidensultan al-Kamil ohne militärische Aktionen gewann und sich zum König von Jerusalem proklamierte. Er blieb nur wenige Monate im Heiligen Land und stützte seine Herrschaft vornehmlich auf den ihm ergebenen Deutschen Orden.

Nach der Rückkehr des Kaisers nach Italien stand Jerusalem unter der Verwaltung wechselnder Kreuzfahrerbaillis, bis choresmische Söldner die Stadt 1244 eroberten und plünderten. 1291 vertrieb der Mamlukensultan Kalil nach der Eroberung von Akkon die letzten Kreuzritter aus Palästina. Jerusalem hatte damals weniger als 10.000 Einwohner und keine politische Bedeutung und blieb bis zur osmanischen Eroberung Anfang des 16. Jahrhunderts unter ägyptisch-mamlukischer Verwaltung. Dennoch bestanden im 14. und 15. Jahrhundert weiterhin ein christliches und ein jüdisches Viertel, und der Strom christlicher Pilger riss nicht ab. Der Zürcher Dominikaner Felix Faber pilgerte 1483 nach Jerusalem und beschrieb die Heiligen Stätten in seinem Reisebericht.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel JerusalemVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270230734redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: askiientstanden 2013CC BY-SA 2.0Quelle