Deutscher Orden
geistliche Ordensgemeinschaft regulierter Chorherren
m Heiligen Land erwarb der Orden neben einem Anteil am Hafenzoll in Akkon durch Schenkung die vormalige Herrschaft um Miʿilya, dazu die Burg Montfort, die Herrschaften Toron und Schuf sowie eine weitere Burg Toron in der Herrschaft Banyas. Dennoch zeichnete sich das Ende der Kreuzfahrerherrschaft ab. Das von Kaiser Friedrich II. 1229 auf friedlichem Wege erworbene Jerusalem fiel 1244 endgültig.
Die Geschichte des Ordens zwischen 1230 und 1525 ist eng mit dem Schicksal des Deutschordensstaats verknüpft, aus dem später das Herzogtum Preußen, Lettland und Estland hervorgingen. Ein zweiter, erfolgreicher Versuch des Landerwerbs gelang im Baltikum. Schon 1224 hatte Kaiser Friedrich II. in Catania die heidnischen Einwohner des Preußenlandes östlich der Weichsel als Reichsfreie der Kirche und dem Kaiserreich direkt unterstellt. Als päpstlicher Legat für Livland und Preußen bestätigte Wilhelm von Modena diesen Schritt noch im selben Jahr.
Der Hochmeister hatte seinen Hauptsitz in Akkon, bis dieser letzte Kreuzfahrerstützpunkt 1291 verloren ging. Konrad von Feuchtwangen residierte seither in Venedig. 1309 verlegte Hochmeister Siegfried von Feuchtwangen seinen Sitz in die Marienburg an der Nogat, dem neuen Zentrum des Ordens in Preußen. In dieser Zeit wurde der Templerorden durch König Philipp IV. von Frankreich verfolgt, unterstützt vom willfährigen Papst Clemens V.
Die Koalitionskriege infolge der Französischen Revolution während des ausgehenden 18. Jahrhunderts brachten eine weitere große Krise des Ordens. Mit der Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich gingen die Balleien Elsass und Lothringen vollständig, Koblenz und Biesen zu großen Teilen verloren. Der Frieden von Pressburg nach der Niederlage der österreichisch-russischen Koalition bei Austerlitz gegen Napoléon 1805 verfügte, dass die Besitzungen des Deutschen Ordens und das Amt des Hoch- und Deutschmeisters erblich an das Haus Österreich, also Habsburg, übergehen sollten.