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Gregor IX.

Papst der katholischen Kirche (1227–1241)

Frühe Jahre

ugo, Graf von Segni, wurde in Anagni geboren und war Neffe von Papst Innozenz III. Er studierte Theologie in Paris und vermutlich Rechtswissenschaften in Bologna. 1198 wurde er Subdiakon und Kaplan der Kurie, später Kardinaldiakon. 1206 stieg er zum Kardinalbischof von Ostia auf und wurde damit Dekan des Kardinalskollegiums. Von 1207 bis 1209 wirkte er als Legat im deutschen Reichsteil.

Am 19. März 1227 wurde Gregor einen Tag nach dem Tod von Honorius III. zum Papst gewählt. Er förderte die Armutsbewegung und den Franziskanerorden und sprach 1228 Franz von Assisi, 1232 Antonius von Padua, 1234 Dominikus und 1235 Elisabeth von Thüringen heilig. 1234 bestätigte er dem Deutschen Orden mit der Bulle von Rieti seine Besitzungen in Preußen. 1230 beauftragte er Raimund von Peñaforte mit dem Liber Extra, das bis 1917 galt und das Vorgehen gegen Häretiker verschärfte. Als Gegner der Katharer und Waldenser führte er 1231 in Rom selbst eine Inquisition durch, die mit Kerkerstrafen und Todesurteilen endete. Er schuf das Amt des Inquisitors und betraute damit Konrad von Marburg; gestützt auf dessen Berichte warnte er 1233 König Heinrich (VII.) vor einer Häresie der Luziferianer.

Schwerpunkt seines Pontifikats war der Konflikt mit Kaiser Friedrich II., dessen Herrschaftsgebiet vom Heiligen Römischen Reich im Norden bis zum Königreich Sizilien im Süden den Kirchenstaat einkreiste. Als Friedrich den gelobten Kreuzzug wegen einer Erkrankung abbrach, exkommunizierte ihn der Papst am 29. September 1227. Dennoch machte Friedrich 1229 durch Verhandlungen mit Sultan Malik el-Kamil Jerusalem wieder für Christen zugänglich; unbewaffnete Christen durften alle Städte Palästinas betreten und Gottesdienste feiern. Sein Auftreten als König von Jerusalem brachte ihn in Konflikt mit dem Patriarchen, der die heiligen Stätten mit dem Interdikt belegte. Päpstliche „Schlüsselsoldaten“ fielen in das Königreich Sizilien ein, was allgemeine Empörung auslöste. Erst 1230, nachdem er militärische Auseinandersetzungen verloren hatte, löste Gregor den Bann; im Juli desselben Jahres wurde der Frieden von San Germano geschlossen.

Die Spannungen blieben bestehen, vor allem weil Friedrich in Oberitalien Krieg gegen den Lombardenbund führte. 1239 brach eine neue Auseinandersetzung aus, und Gregor bannte Friedrich erneut, wobei er ihn als Häretiker und sogar als Antichrist bezeichnete. Friedrich ließ Schreiben gegen Gregors Politik verfassen und fiel mit Truppen in den Kirchenstaat ein. Ein für Ostern 1241 geplantes Konzil musste verschoben werden, weil Friedrich mehrere Kardinäle in der Seeschlacht von Giglio festsetzen ließ und auf Rom zumarschierte. In dieser Situation starb Gregor am 21. oder 22. August 1241. Die Machtkämpfe zwischen Papst und Kaiser dauerten auch nach seinem Tod an und führten zur Flucht seines Nachfolgers Innozenz IV. nach Lyon in Frankreich.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Gregor IX.VersionsgeschichteBearbeitungsstand 270547783redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Giorgio Vasarientstanden 1573CC BY 3.0Quelle