Aléria
französische Gemeinde
Griechen, Etrusker und Karthager
riechische Siedler aus Phokaia gründeten um 565 vor Christus auf Korsika eine Niederlassung unter dem Namen Alalia. Nach der Vertreibung aus ihrer Heimatstadt durch die Perser im Jahr 546 vor Christus ließen sich viele Phokäer dort nieder und errichteten Heiligtümer, darunter eines der Artemis. Als die Bewohner als Piraten die Gewässer unsicher machten, verbündeten sich Karthago und die Etrusker gegen sie. In der Seeschlacht vor Alalia 540 vor Christus wurden die Griechen bezwungen und mussten die Stadt verlassen. Alalia wurde etruskisch und blieb es bis ins 3. Jahrhundert vor Christus. Nach dem Ende der etruskischen Vorherrschaft durch die Römer war Korsika samt Alalia für kurze Zeit karthagisches Protektorat.
Von der Kolonie zur römischen Provinzstadt
259 vor Christus wurde die Stadt von Lucius Cornelius Scipio im ersten Punischen Krieg erobert und mit der Gründung der Provinz Sardinia et Corsica endgültig römisch. Sulla gründete die römische Kolonie colonia Aleria. Nach Plänen Gaius Iulius Caesars errichtete die Legion III des Octavian die Kolonie zwischen 36 und 27 vor Christus neu; sie hieß nun Colonia Veneria Julia Pacensis Restituta Tertianorum Aleria. Nach Schaffung der Provinz Corsica war die Stadt Sitz des Provinzverwalters, im Hafen lag eine Abteilung der classis Milenensis stationiert. Die Stadt besaß einen ordo decurionum, wurde von Duumviri verwaltet und kannte ein Flaminat sowie später einen principalis coloniae Aleriae. Ausgrabungen ab 1958 legten Forum, Tempel, Praetorium, Badeanlagen und ein Amphitheater frei.
Bistum im Mittelalter
Die Stadt überlebte offenbar aufgrund ihrer Bedeutung und Größe. Im Jahr 601 ließ Gregor der Große den vakanten Bischofssitz wieder besetzen; Aléria war eines von drei korsischen Bistümern neben Ajaccio und Sagona. Nach zwei Jahrhunderten, über die wenig bekannt ist, ist erst für das Jahr der arabischen Zerstörung wieder ein Bischof bezeugt. 1092 wurden die korsischen Bistümer durch Papst Gregor VII. reorganisiert und dem Erzbistum Pisa unterstellt. 1133 wurde das Diözesangebiet auf Druck Genuas zwischen beiden Städten aufgeteilt, Aléria blieb bei Pisa. Das Bistum umfasste 18 Pfarrbezirke, genannt pievi. Mehrfach vertrauten Päpste den Bischofssitz während Reformphasen Dominikanern, Franziskanern oder Augustinern an. Im Spätmittelalter verlegten die Bischöfe ihren Sitz von Aléria nach Cervione.