Askanier
altsächsisches Adelsgeschlecht in Anhalt
ie Askanier stammen als Grafen von Ballenstedt aus dem heutigen Landkreis Harz und besaßen von Beginn an Land in den heutigen Landkreisen Salzlandkreis und Anhalt-Bitterfeld. Ballenstedt, Aschersleben und die Burg Anhalt bildeten die wichtigsten Stammburgen, wobei Ballenstedt im 11. und 12. Jahrhundert der namensgebende Stammsitz war. Dieser Besitz führte im 13. Jahrhundert zur Entstehung mehrerer anhaltischer Fürstentümer, wobei durch zahlreiche Landesteilungen meist mehrere Familienzweige nebeneinander bestanden. Der erste namentlich bekannte Askanier war Esico von Ballenstedt, dem der Bau der Burg Anhalt zugeschrieben wird. Über die ältere Herkunft der Familie ist nichts Gesichertes bekannt; spätere, nicht zutreffende Theorien verbanden das Geschlecht wegen des Bären im Wappen mit der römischen Familie Ursini oder mit den Beringern.
Nach dem Tod Bernhards III., Herzog von Sachsen, im Februar 1212 in Bernburg wurde das Erbe geteilt: Sein ältester Sohn Heinrich erhielt die anhaltischen Hausgüter zwischen Unterharz und unterer Mulde, während sein Bruder Albrecht das Herzogtum Sachsen bekam. Bernhard III. selbst hatte die Grafschaft Aschersleben von Adalbert geerbt, da dieser keine männlichen Nachkommen hatte. Obwohl Albrecht dem Titel nach besser gestellt war, galten Heinrichs Besitzungen als sicherer in Familienhand. Diese Erbteilung von 1212 markiert den Beginn der eigenständigen Entwicklung Anhalts mit Heinrich I. als erstem Herrscher. Ihm unterstand ein relativ geschlossener Raum um Aschersleben, Ballenstedt und Burg Anhalt mit Verbindung zu Gebieten um Bernburg, Köthen, Dessau und Wörlitz. In einer Urkunde vom 4. November 1213 trat Heinrich I. erstmals als Graf von Askanien auf.
Die Askanier herrschten auch außerhalb ihrer anhaltischen Stammlande, besonders am Anfang der Familiengeschichte in der Mark Brandenburg und im Stammesherzogtum Sachsen. Als 1150 der slawische Fürst Pribislaw starb, übergab dessen Witwe Petrissa das Land der Heveller um die Burg Brandenburg an Albrecht den Bären, der 1157 endgültig Besitz von Brandenburg ergriff. Für seine Teilnahme am Italienfeldzug Lothars von Supplinburg 1132/1133 erhielt Albrecht die Nordmark, die ihm später Macht über Brandenburg verschaffte. 1170 wurde Otto I. neuer Markgraf, dessen Nachkommen das Land durch Ostpolitik ausbauten, sodass die Mark am Anfang des 14. Jahrhunderts bis nach Pommern reichte. Mit Heinrich II. dem Kind erlosch 1320 die brandenburgische Linie der Askanier.