Mark Brandenburg
Markgrafschaft und Kurfürstentum des Heiligen Römischen Reiches
Eine Mark im Reich
ie Mark Brandenburg war ein Territorium im Heiligen Römischen Reich. Sie entstand 1157 aus der Nordmark und entwickelte sich seit dem Ende des 12. Jahrhunderts zum Kurfürstentum Brandenburg. Als einer von ursprünglich nur sieben Kurfürsten hatte der Markgraf von Brandenburg eine Stimme bei der Königswahl, ein Recht, das 1356 in der Goldenen Bulle bestätigt wurde. Als Kernland des späteren Staates Preußen spielte Brandenburg eine herausgehobene Rolle in der deutschen Geschichte. Die Markgrafschaft umfasste die Altmark, die Mittelmark, die Neumark, Teile der Niederlausitz und Streuterritorien. Ab 1618 regierten die Kurfürsten von Brandenburg in Personalunion auch das ererbte Herzogtum Preußen. 1815 wurde bei der Neuordnung Preußens infolge des Wiener Kongresses innerhalb des Staates Preußen die Provinz Brandenburg gegründet.
Interregnum und neue Herren
Das Brandenburgische Interregnum dauerte von 1319/1320 bis 1323. Anfangs lagen die besten Chancen, aus den Wirren als neuer Kurfürst hervorzugehen, bei Wartislaw IV., Herzog von Pommern-Wolgast, und Rudolf I., Herzog von Sachsen-Wittenberg. Am Ende ergriff Ludwig IV., Herzog von Oberbayern und späterer Kaiser, die Gelegenheit zum Ausbau seiner Hausmacht. Der Wittelsbacher setzte sich zunächst in der Schlacht bei Mühldorf am 28. September 1322 gegen seinen habsburgischen Rivalen um den Thron durch. Dann belehnte er im April 1323 seinen Sohn als Ludwig I. mit der Mark.
Die Kurfürstenwürde geht an die Hohenzollern
Tangermünde, die Stadt an der Elbe, wurde zur ersten brandenburgischen Residenz der Hohenzollern. Durch das erfolgreiche Aufräumen unter dem Landadel hatte sich Friedrich I. als Landesherrscher gegenüber dem Adelsstand qualifiziert. Doch auch die Städte waren durch die Schwäche der Zentralmacht autonom, woran Friedrich I. nichts ändern konnte. Friedrich, der starke Mann, der Ordnung ins Chaos gebracht hatte, hatte die Erwartungen des Königs erfüllt. Dieser verlieh ihm daher vier Jahre später, am 30. April 1415 auf dem Konstanzer Konzil, die Würde des Markgrafen von Brandenburg, des Erzkämmerers und Kurfürsten des Reichs.
Aufstieg zur Kernprovinz Preußens
Repräsentanz und Status waren im Zeitalter des Absolutismus die Leitmaximen der Feudalherrscher. Zeitgemäß konkurrierten diverse deutsche Mittelstaaten, zu denen auch Brandenburg gehörte, nach 1648 um den Aufstieg in die Reihe der Großmächte. Dafür war der Status als Souverän die Grundvoraussetzung. Durch geschickte Heiratspolitik hatten die Hohenzollern seit 1600 weitere diverse Territorien erworben, von denen das Herzogtum Preußen das aussichtsreichste Territorium für den Zweck der Standeserhöhung wurde. Es bedurfte einer jahrelangen Diplomatie, um dieses Ziel zu verwirklichen.