Austrasien
östlicher Teil des fränkischen Reiches
Vom Teilkönigreich zum Namen
ustrasien war seit dem Tod Chlodwigs I. im Jahr 511 bis zu Pippin dem Jüngeren meist ein selbständiges fränkisches Teilkönigreich, zuerst mit der Hauptstadt Reims, später Metz. Anfangs hieß es daher Reich von Metz, bis sich ab 584 der Name Austrasien durchsetzte. Das Gebiet umfasste die fränkischen Lande um Rhein, Maas und Mosel sowie neben Metz die Orte Reims, Köln und Trier, dazu die Gebiete besiegter germanischer Stämme: unter dem ersten Teilkönig Theuderich I. anfangs nur Alemannien, später auch Thüringen und Bayern. Unter König Dagobert I. entstand im rheinfränkischen Raum Anfang des 7. Jahrhunderts die Lex Ripuaria, eine Sammlung lateinischer Gesetzestexte der Rheinfranken. Nach der erneuten Reichseinigung unter den Karolingern im 8. Jahrhundert verschwanden die Namen Austrasien und Neustrien aus der Geschichte. Durch die neuen Reichsteilungen unter den Nachkommen Karls des Großen entstanden im 9. Jahrhundert die Teilreiche Ostfrankenreich und Westfrankenreich.
Die ersten Könige
Von 511 bis 533 regierte Theuderich I., von 533 bis 548 Theudebert I. und von 548 bis 555 Theudebald als Herrscher des eigenständigen Teilreichs.
Ende der eigenen Könige
Ab 679 stand im Normalfall nur noch ein König dem gesamten Frankenreich vor. Die Teilreiche blieben jedoch eigenständig und wurden bis zur Machtübernahme durch Karl Martell 719 von eigenen Hausmeiern regiert. Es folgten die Könige Theuderich III., Chlodwig III., Childebert III., Dagobert III., Chilperich II., der Gegenkönig Chlothar IV., Theuderich IV., dann das Interregnum mit Karl Martell als Hausmeier des Gesamtreiches, Karlmann als Hausmeier Austrasiens und schließlich Childerich III. bis 751.