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Bonifatius

angelsächsischer Mönch, Missionar, „Apostel der Deutschen“

16 unternahm Bonifatius eine erste, an Herzog Radbod gescheiterte Missionsreise zu den Friesen. 718 verließ er England endgültig und erhielt 719 von Papst Gregor II. den Auftrag zur Mission sowie seinen neuen Namen. Zunächst arbeitete er mit Willibrord zusammen, doch 721 trennten sich beide. Danach zog Bonifatius über zwölf Jahre durch Hessen, Thüringen und Bayern. Der fränkische Hausmeier Karl Martell unterstützte ihn, da eine straff organisierte Reichskirche seinen Zusammenhalt förderte. 723 stellte er Bonifatius nach dessen zweiter Romreise einen Schutzbrief aus. In dieser Zeit fällte Bonifatius demonstrativ die dem Gott Donar geweihte Eiche bei Geismar; aus ihrem Holz entstand eine Kirche bei Fritzlar.

Ab 738 ordnete Bonifatius die kirchlichen Verhältnisse in Baiern und reorganisierte 739 die Bistümer Regensburg, Passau, Salzburg und Freising. Er gründete zudem die Bistümer Büraburg, Würzburg, Eichstätt und Erfurt. 746 erhielt er das Bistum Mainz, nachdem sein Versuch, Kölner Bischof zu werden, gescheitert war. Erst sein Nachfolger Lullus machte Mainz zum Erzbistum. Seinen Einfluss in Bayern verlor Bonifatius bald wieder, wohl wegen des Wirkens des von ihm bekämpften Virgil von Salzburg. Auch am Hof schwand sein Einfluss gegen Lebensende. Besonders in Thüringen gab es Konflikte um seine Kirchenorganisation; auf dem deutschen Konzil 742 verhängte er gegen unzüchtige Priester Kerker- und Prügelstrafen.

Über 80-jährig brach Bonifatius noch einmal zur Friesenmission auf. Am Morgen des 5. Juni 754 oder 755 wurde er auf dem Weg zu einer Firmung zusammen mit Begleitern erschlagen, unter ihnen der Bischof von Utrecht Eoban. Die Zeitgenossen deuteten den Tod als Martyrium, und unmittelbar danach begann die kultische Verehrung. Der Leichnam wurde zunächst nach Utrecht gebracht, dann nach Mainz und schließlich, nach einem Wunder, das den Widerstand der Einheimischen brach, nach Fulda überführt. Zwischen dem Bistum Mainz und dem Kloster Fulda entstand ein Streit um die endgültige Ruhestätte der Reliquien, der mit der Durchsetzung der Fuldaer Ansprüche endete. 819 wurde Bonifatius in ein neues Altargrab in der Ratgar-Basilika überführt.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel BonifatiusVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270461616redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Cornelis Bloemaert IIentstanden 1630Public domainQuelle