Bratislava
Hauptstadt der Slowakei
Von der Urzeit zum Mährerreich
ie erste dauerhafte Besiedlung erfolgte in der Jungsteinzeit um 5500 v. Chr. durch die Linearbandkeramiker. Im 5. Jahrhundert v. Chr. besiedelten die Kelten das Gebiet. Der keltische Stamm der Boier gründete um etwa 115 v. Chr. in der heutigen Stadtmitte eine befestigte Siedlung, ein Oppidum, mit einer Münzprägestätte.
Unter ungarischer Oberherrschaft
Die politische Entwicklung im 10. Jahrhundert ist unklar. Die meisten Historiker gehen davon aus, dass die Stadt seit etwa 907, spätestens seit etwa 925, unter magyarischer Oberherrschaft stand. Das Komitat Pressburg wurde wahrscheinlich entweder Ende des 10. Jahrhunderts oder im 11. Jahrhundert gegründet. Nach manchen Autoren gelangte die Stadt um 990 wieder zu Bayern, kam aber kurz danach als Mitgift von Gisela von Bayern bei ihrer Heirat mit dem ungarischen König Stephan I. zum ungarischen Staat.
Hauptstadt des Königreichs Ungarn
Nach der Schlacht bei Mohács im Jahr 1526 mussten weite Teile des Königreichs Ungarn an die Osmanen abgetreten werden. Deshalb wurde Preßburg 1536 zur Hauptstadt des als Königliches Ungarn bezeichneten Restterritoriums erklärt, das nunmehr von den Habsburgern regiert wurde. Die Stadt wurde Sitz aller wichtigen Behörden und Institutionen und ab 1543 Sitz des Erzbischofs von Gran. Zwischen 1563 und 1830 war Preßburg Krönungsstadt des Königreichs Ungarn, hier wurden elf Könige und acht Königinnen aus dem Hause Habsburg gekrönt.
Wechsel zur Tschechoslowakei
Am Ende des Ersten Weltkriegs gelangte die Stadt durch Beschluss der Alliierten und gegen den Willen der Bevölkerung zu der 1918 neu gegründeten Tschechoslowakei. Um den Verbleib in Ungarn und die Eingliederung von Engerau, das 1919 in Petržalka slowakisiert wurde, entwickelten sich 1919 Kämpfe zwischen den Tschechoslowakischen Legionen, den Alliierten einerseits und einheimischen Aufständischen und der ungarischen Regierung andererseits, die zu Toten und Verletzten führten.