Capua
italienische Gemeinde
ach der Zerstörung des antiken Capua durch die Sarazenen im Jahr 840 gründeten die Langobarden 856 an anderer Stelle, nahe dem antiken Casilinum, die Stadt Capua nova neu. Im 11. Jahrhundert kam Capua im Zuge der normannischen Eroberung Süditaliens in normannischen Besitz und wurde im 12. Jahrhundert Teil des Königreichs Sizilien. Der Stauferkaiser Friedrich II. erließ hier die Assisen von Capua, ein frühes Beispiel für Erlasse zur Erschaffung eines Beamtenstaates. Nach der Ermordung Andreas von Ungarn im Herbst 1345 führte der ungarische König Ludwig I. 1347 einen Rachefeldzug durch Süditalien. Nach der Belagerung und Einnahme von Neapel ergab sich Karl von Durazzo, der Anführer des Mordkomplotts, den Ungarn und wurde in Neapel hingerichtet.
In Capua steht der 856 erbaute Dom der Stadt. An der römischen Brücke, dem Übergang der Via Appia über den Volturno, finden sich die Reste des Brückentors von Capua, das während der Herrschaftszeit Friedrichs II. entstand. Seit 1234 war dort ein befestigter Brückenkopf angelegt worden, der um 1239 im Rohbau fertig war. Der mit Papst und lombardischen Städten im Kampf liegende Kaiser ließ das Zugangstor als marmornes Triumphtor ausschmücken, dessen Skulpturenschmuck erstmals seit der Römerzeit weltliche Großplastik zeigte. Das Steinmaterial für die 1247 vollendete Toranlage stammte größtenteils aus dem römischen Amphitheater von Santa Maria Capua Vetere. Reliefs zeigten Siege und Triumphe des Kaisers, dazu Hermen und ein antikes Jupiterhaupt sowie Statuen der kaiserlichen Bildhauerschule, darunter ein wohl portraitähnliches Bildnis des Kaisers, dessen Kopf später von französischen Revolutionstruppen zertrümmert wurde. In den Resten des Tors soll künftig ein Museum zur Geschichte des Bauwerks und der Architektur unter Friedrich II. von Hohenstaufen entstehen.
Zu den bekannten Söhnen der Stadt zählt Petrus de Vinea, der vor 1200 geboren wurde und 1249 starb. Er wirkte als Kanzler Friedrichs II. Die Liste der Persönlichkeiten Capuas reicht von frühen Heiligen bis zu Personen der Neuzeit, doch die Verbindung zu Friedrich II. über seinen Kanzler stellt einen unmittelbaren Bezug zur staufischen Herrschaft über die Stadt her.