Chlodwig I.
fränkischer König, Merowinger, Begründer des Frankenreiches
hlodwig war Sohn des fränkischen rex Childerich I. und folgte ihm wahrscheinlich 481/82 als König der Salfranken nach. Damals bestanden noch andere fränkische Herrschaftsgebiete, etwa in Cambrai und bei Köln. Um 486 besiegte Chlodwig bei Soissons mit Hilfe seines Verwandten Ragnachar den Syagrius, den letzten gallo-römischen Heerführer in Gallien, und erweiterte damit seinen Machtbereich um den größten Teil des Gebietes nördlich der Loire. Zwischen 492 und 494 heiratete er die burgundische Prinzessin Chrodechild, die sich laut Gregor von Tours früh bemühte, ihn zur katholischen römischen Reichskirche zu bekehren. In der Schlacht von Zülpich besiegte Chlodwig 496 zum ersten und 506 zum zweiten und entscheidenden Mal die Alamannen. Daneben vereinte er schrittweise Franken und Gallorömer unter seiner Herrschaft und schaltete Rivalen wie Sigibert von Köln, dessen Sohn Chloderich sowie seine Verwandten Chararich und Ragnachar aus.
Nach dem Sieg in der Schlacht von Zülpich konvertierte Chlodwig zum römisch-katholischen Christentum und wurde zu Weihnachten von Bischof Remigius in Reims getauft. Das genaue Jahr ist umstritten, am wahrscheinlichsten sind 497, 498 oder 499, auch 507 wurde erwogen. Anders als die Könige der meisten anderen germanischen Nachfolgereiche, die den arianischen Glauben angenommen hatten, bekannte sich Chlodwig zur Reichskirche des Römischen Reichs. Dies verhinderte eine konfessionelle Barriere zwischen den neugetauften Franken und der gallorömischen Bevölkerungsmehrheit und ermöglichte mittelfristig eine Vermischung von Franken und Romanen. Als 519 das erste Schisma zwischen Konstantinopel und Rom beigelegt wurde, standen Chlodwigs Erben zudem in Kommunion mit dem oströmischen Kaiser.
Chlodwigs Sieg über den westgotischen rex Alarich II. von Tolosa in der Schlacht von Vouillé im Jahr 507 brachte den größten Teil Galliens unter seine Herrschaft. Sein weiterer Vorstoß ans Mittelmeer wurde 508 von den Ostgoten unter Theoderich dem Großen vereitelt. 509 eroberte Chlodwig das rheinfränkische Reich und vereinigte damit die bislang getrennten größten Einzelgruppen der Franken. Chlodwig legte großen Wert auf die Anerkennung seiner Position durch den oströmischen Kaiser; sie wurde ihm 508 von Kaiser Anastasius gewährt, laut Gregor durch die Ernennung zum Konsul, wobei vieles dafür spricht, dass er in Wahrheit zum patricius erhoben wurde.