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Dalmatien

kroatische Küstenregion

ie Herrschaft Ostroms über das Thema Dalmatien bestand von 535 bis 1102, blieb nach der slawischen Einwanderung jedoch bald nur noch nominell bestehen. In den 610er Jahren gelang es Slawen, möglicherweise unter awarischer Führung, Salona zu plündern, ebenso Iustiniana Prima im Jahr 615. Die Übersiedlung der Salonitaner nach Spalato dauerte bis in die Mitte des 7. Jahrhunderts. Nach dem Abzug der Langobarden nach Italien 568 hatten Awaren gemeinsam mit Slawen den frei gewordenen Raum in Besitz genommen. Die Bevölkerung zog sich in leichter zu verteidigende Höhensiedlungen zurück, eine Entwicklung, die bereits im 5. Jahrhundert eingesetzt hatte.

Im administrativen Sinne verstand man in Konstantinopel unter Dalmatien seitdem nur noch die Küstenstädte und einen Teil der vorgelagerten Inseln. Im Hinterland entstanden in den folgenden Jahrhunderten mehrere slawische Herrschaftsgebiete: in Nord- und Mitteldalmatien das Kroatische Fürstentum und spätere Königreich, über das es ab ca. 800 gesicherte Nachrichten gibt, im Gebiet der Neretva-Mündung das Paganien der Narentaner und weiter südlich im Hinterland von Ragusa die Fürstentümer Zahumlje und Travunien. Im Küstengebiet Norddalmatiens verbreitete sich, von den ehemals byzantinischen Inseln des Kvarner ausgehend, die slawische Liturgie mit kirchenslawischer Sprache und glagolitischer Schrift.

829 plünderten Sarazenen die Küste, 842 eroberten sie Cres, 875 drangen sie bis nach Grado vor. Im Süden fielen 866 Budva und Kotor, 867 belagerten sie Ragusa. Eine Republik slawischer Piraten entstand an der Mündung der Neretva, die 871 die Oberherrschaft von Byzanz anerkannte. In den 870er Jahren entstand ein eigenes Thema Dalmatia mit Hauptstadt Zadar, wo ein strategos residierte. Den Narentanern gelang es 887, eine Flotte Venedigs zu schlagen und bis zu ihrer Vernichtung durch den Dogen Pietro II. Orseolo 998 Tribut von Venedig einzufordern. Nach diesem Sieg nahm der Doge den Titel Dux Dalmatiae an.

Nach dem Untergang der Republik Venedig 1797 fiel Dalmatien im Vertrag von Campo Formio an Österreich. Mit dem Frieden von Pressburg 1805 kam das Land an Frankreich, das es sofort an das Königreich Italien übergab. Wieder französisch, bildete es 1809 einen Teil der Illyrischen Provinzen. Nach dem Wiener Kongress fiel der gesamte Landstrich 1805 an das 1804 konstituierte Kaisertum Österreich zurück und wurde zum Kronland Dalmatien. Nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich von 1867 gehörte Dalmatien zu den im Wiener Reichsrat vertretenen Königreichen und Ländern.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel DalmatienVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269705694redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Edwardwexler in der Wikipedia auf Englischentstanden 2013CC BY-SA 3.0Quelle