David
Nachfolger Sauls, zweiter König von Israel
Aufstieg am Hof Sauls
avid wurde als jüngster Sohn Isais in Bethlehem geboren und bereits als Knabe von Samuel zum künftigen König gesalbt. Er kam an den Hof Sauls, wobei die Bibel zwei sich widersprechende Erzählungen überliefert. In der einen holt Saul ihn, um sich durch sein Harfenspiel aufmuntern zu lassen. Unmittelbar darauf folgt die Erzählung vom Sieg über den Riesen Goliat: David tötete ihn mit einer Steinschleuder, ohne die ihm angebotene Rüstung zu tragen. Am Hof zog er bald Sauls Neid auf sich, da er als größerer Held erschien. Saul versuchte mehrmals, ihn zu töten, und entsandte ihn in ein Gefecht gegen die Philister, aus dem er nicht lebend zurückkehren sollte.
Königtum über Juda und Israel
Nach Sauls Tod im Kampf gegen die Philister, bei dem auch dessen Sohn Jonatan fiel, salbten die Ältesten Israels David in Hebron zum König. Zum König über den Südstamm Juda war er bereits Jahre zuvor durch den Propheten Samuel in Bethlehem gesalbt worden. Durch politische Schachzüge überging David die Nachkommen Sauls und wurde auch König über das eigenständig bleibende Israel, beide Reiche in Personalunion verbunden. Er eroberte Jerusalem, das auf der Grenze beider Teilreiche lag und dadurch keinem der zwölf Stammesgebiete gehörte, sondern Krongut des Königs wurde. Anschließend brachte er die Bundeslade aus Schilo nach Jerusalem, um die Stadt auch zum religiösen Zentrum zu machen. Er führte zudem mehrere Kriege gegen Nachbarvölker, die meist sein Neffe Joab für ihn führte.
Der göttliche Bund
Als zentraler Text für die Verheißung einer ewigen Dynastie der Davididen gilt 2 Sam 7 mit ihrer Parallele in 1 Chr 7. Dort wird berichtet, dass David Gott einen Tempel errichten wollte, Gott ihm durch den Propheten Nathan aber antwortete, dies sei die Aufgabe seines Nachwuchses. Stattdessen werde Gott David ein Haus errichten, also eine Dynastie, die ewig bestehen solle. Dieses Versprechen wird an anderer Stelle als Bund bezeichnet, etwa in 2 Sam 23,5 sowie in weiteren Psalmen und Prophetentexten. In den Königebüchern wird als Voraussetzung genannt, dass die Israeliten auf Gottes Wegen bleiben müssen. Sowohl das Alte als auch das Neue Testament beziehen sich immer wieder auf diese Tradition eines göttlichen Versprechens an Davids Nachkommenschaft.
Zweifel der Geschichtswissenschaft
Die Machtfülle Davids, wie sie die Bibel darstellt, ist nicht belegt. Im Vergleich zu Ägypten und den Assyrern war er ein Provinzfürst, und zur Zeit Davids dürfte Jerusalem weniger als 1500 Einwohner besessen haben. Weder archäologisch noch anhand der Aufzeichnungen anderer Reiche lässt sich nachweisen, dass Davids Reich ein Großreich war. In der Bibelwissenschaft wird angenommen, dass das Buch Samuel in der Zeit des Königs Josias von Juda, der 640 bis 609 v. Chr. regierte, zusammengestellt wurde. Eine 1993 gefundene Inschrift aus Tel Dan belegt jedoch, dass um 840 v. Chr. die Könige Judas als zum Haus David gehörend betrachtet wurden. Der britische Archäologe Philip R. Davies äußerte 2003 dagegen die Möglichkeit, die Figur David sei so historisch wie König Artus.