Egerland
Region im Westen Tschechiens
167 kam das Egerland durch Erbschaft an Kaiser Friedrich Barbarossa aus dem Geschlecht der Staufer, die es zum reichsunmittelbaren Musterland ausbauten. Eger erhielt eine Kaiserpfalz. 1268 eignete sich König Ottokar II. Přemysl die Stadt Eger an, was zum Konflikt mit König Rudolf beitrug und in die Schlacht bei Dürnkrut mündete. 1322 verpfändete Kaiser Ludwig der Bayer die seit 1277 reichsunmittelbare Stadt Eger an den böhmischen König Johann von Luxemburg, unter Garantie der Unabhängigkeit vom Königreich Böhmen. Das Pfand wurde nie eingelöst, da Karl IV. beide Kronen vereinigte. Im Dreißigjährigen Krieg verwehrte Rudolf II. der zeitweilig dem Luthertum zuneigenden Reichsstadt Eger die den böhmischen Ständen zugestandene religiöse Toleranz. 1806 wurde das Gebiet durch den Reichsdeputationshauptschluss Bestandteil des Kronlandes Böhmen.
Schönbach und Graslitz gehörten zum Musikwinkel des Egerlandes. Schönbach, heute Luby, wurde wegen seiner Musikinstrumentenherstellung als Österreichs Cremona bezeichnet. Auch in Graslitz, heute Kraslice, gab es eine bedeutende Instrumentenproduktion, unter anderem durch die Firma Koestler; heute produziert dort die 1945 gegründete Firma Amati Kraslice. Nach der Vertreibung der Egerländer gründete Karl Lenkl 1946 die Kapelle Egerland, ab 1975 unter Leitung von Rudi Kugler. Ernst Mosch gründete 1956 die Egerländer Musikanten, die er später in Original Egerländer Musikanten umbenannte.
Der historische Begriff Regio Egrensis wird seit 1990 von der grenzüberschreitenden Landesplanung wieder verwendet. 1991 entstand daraus die Euregio Egrensis als Form der Zusammenarbeit in Mitteleuropa. Die Organisation wurde zu einem Wegbereiter für die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Tschechien.