Franche-Comté
ehemalige französische Region
n frühgeschichtlicher Zeit siedelten die Sequaner im Gebiet, ihre Hauptstadt Vesontio lag an der Stelle des heutigen Besançon. Zur Zeit der Völkerwanderung von Burgunden besiedelt, gehörte das Land seit 534 zum Fränkischen Reich, später zum Königreich Burgund. Nach dem Tod des kinderlosen Königs Rudolf III. im Jahr 1032 fiel es 1033 an das Heilige Römische Reich. In der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts bauten die Brüder Letald II. und Humbert ihre Macht in der Region aus. Letalds Besitz fiel an seinen Enkel Otto Wilhelm, der als erster Graf von Burgund auftrat und die Oberhoheit des Heiligen Römischen Reiches anerkannte. Über Beatrix von Burgund, eine Nachfahrin Otto Wilhelms, kam das Land schließlich an Friedrich Barbarossa.
Barbarossa trennte das Gebiet 1169 vom übrigen Burgund ab und erhob es zur Pfalzgrafschaft. Die Bezeichnung Freigrafschaft ist erst seit dem 14. Jahrhundert bezeugt. 1361 fiel das Land an die Grafen von Flandern und kam 1384 zum Länderkomplex des Hauses Burgund. Nach dem Tod Karls des Kühnen in den Burgunderkriegen verzichteten die Eidgenossen für 150.000 Gulden auf ihre Ansprüche auf die Freigrafschaft. 1493 wurde sie im Vertrag von Senlis Philipp dem Schönen zugesprochen und kam damit zum habsburgischen Länderkomplex, ab 1556 als Besitz der spanischen Linie der Habsburger, während das westlich liegende Herzogtum Burgund um Dijon an die französischen Könige fiel.
1512 wurde zwischen Habsburg und den Eidgenossen die Neutralisierung der Freigrafschaft vertraglich festgelegt, wobei die Eidgenossen den militärischen Schutz übernahmen. Wegen innerer Zerstrittenheit konnten sie ihren Verpflichtungen jedoch nicht nachkommen, als die Freigrafschaft im Dreißigjährigen Krieg in den Jahren des französisch-schwedischen Krieges von 1635 bis 1648 zum Kriegsgebiet wurde. Ludwig XIV. besetzte das Gebiet im Devolutionskrieg 1668 und im Holländischen Krieg 1674 militärisch. Im Frieden von Nimwegen musste Spanien 1678 die Freigrafschaft an Frankreich abtreten. Bis dahin hatte sie zum Burgundischen Reichskreis des Heiligen Römischen Reiches gehört. Ludwig XIV. beauftragte Vauban mit der Befestigung der ehemaligen Reichsstadt Besançon und machte sie zur neuen Hauptstadt, zuvor war Dole Hauptstadt gewesen.
Bis 1790 war die Franche-Comté eine der historischen Provinzen Frankreichs, wurde aber im Zuge der Französischen Revolution als Verwaltungseinheit abgeschafft und in die Departements Jura, Doubs und Haute-Saône aufgeteilt. Das Umland von Belfort war historisch kein Teil der Franche-Comté, sondern gehörte zum Elsass, verblieb jedoch nach der Annexion des Elsass durch das Deutsche Reich 1871 als einziger elsässischer Teil bei Frankreich, da es überwiegend französischsprachig war. Mit der Einrichtung der Regionen 1960 entstand die Region Franche-Comté, der man das Territoire de Belfort zuordnete. 1972 erhielt sie den Status eines Établissements public, durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 den Status einer Collectivité territoriale. Am 1. Januar 2016 wurde die Region mit der Region Burgund zur Region Bourgogne-Franche-Comté fusioniert.