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Karl der Kühne

letzter Herzog von Burgund

Der Griff nach der Königskrone

469 verpfändete Sigismund von Österreich Karl im Vertrag von Saint-Omer die Grafschaft Pfirt, die Landvogtei Oberelsass und den Breisgau. Zwischen 1472 und 1473 erkaufte sich Karl die Nachfolge im Herzogtum Geldern. Da seine östlichen Gebiete noch dem Heiligen Römischen Reich unterstanden, traf er sich am 30. September 1473 mit Kaiser Friedrich III. in Trier, offiziell wegen eines Kreuzzugs gegen die Türken. Hauptthema war jedoch die Eheschließung zwischen Karls Tochter Maria und dem Sohn des Kaisers, Maximilian. Karl forderte im Gegenzug eine Königskrone und erschien mit einer Leibgarde von 250 Mann und einer Armee von über 6000 Mann. Am 4. November einigte man sich auf eine Königskrone von Burgund oder Friesland, doch die Kurfürsten verweigerten ihre Zustimmung.

Der Weg in den Untergang

Nach der erfolglosen Belagerung von Neuss verstrickte sich Karl in eine Reihe von Kämpfen, die zu seinem Untergang führten, begünstigt durch die Intrigen Ludwigs XI. Er überwarf sich mit Sigismund von Österreich, mit der Eidgenossenschaft und mit René von Lothringen. Eine erste Niederlage erlitt er bei der Unterstützung Ruprechts von der Pfalz in der Kölner Stiftsfehde und musste die zehnmonatige Belagerung von Neuss wegen der anrückenden Armee Kaiser Friedrichs III. aufgeben. Am 17. November 1475 schloss er Frieden mit dem Kaiser und nahm Nancy ein. Zum Ende führte der Krieg mit der Niederen Vereinigung aus elsässischen Reichsstädten, dem Bistum Basel, Sigismund von Österreich und der Eidgenossenschaft, der am 13. November 1474 bei Héricourt mit einer Niederlage begann.

Das Erbe fällt an die Habsburger

Da Karl keine männlichen Erben hinterließ, fiel das burgundische Erbe an seine 19-jährige Tochter Maria. Margareta von York führte für sie Heiratsverhandlungen mit dem französischen König und dem Kaiser. Die Ehe zwischen Erzherzog Maximilian und Maria war seit dem 6. Mai 1476 abgesprochen, aber bei Karls Tod noch nicht vollzogen. Ludwig XI. besetzte kurz danach die an Frankreich angrenzenden Gebiete, sodass Herzogtum und Freigrafschaft Burgund, Picardie, Ponthieu und Boulogne an die französische Krone fielen. Kaiser Friedrich brachte die Verhandlungen zum Abschluss, die Trauung per Stellvertreter fand am 21. April statt, die eigentliche Heirat am 19. August 1477 in Gent. So vereinte Maximilian die Erbschaft Karls mit der Hausmacht der Habsburger und wurde zum mächtigsten Fürsten Europas.

Streit um das Erbe

Nach der Heirat kam es sofort zum Krieg zwischen Maximilian und Ludwig XI. um das Erbe Karls. Nach einem Waffenstillstand 1477 begann der Krieg 1478 erneut. Maximilian gewann nach seinem Sieg bei Guinegate 1479 Flandern und Artois zurück. Nach dem frühen Tod Marias am 27. März 1482 musste Maximilian im Frieden von Arras Herzogtum und Freigrafschaft Burgund, Artois, Picardie, Ponthieu, Boulogne, Vermandois und Mâcon an Frankreich abtreten, behielt aber Flandern und die übrigen Besitzungen. Im Frieden von Senlis 1493 erhielt er Freigrafschaft und Artois zurück. Sein Sohn Philipp der Schöne und dessen Sohn Karl, der spätere Kaiser Karl V., trugen das burgundische Erbe weiter in die spanische Linie der Habsburger.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Karl der KühneVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269784781redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Rogier van der Weydenentstanden 1454Public domainQuelle