Maria von Burgund
Herzogin von Burgund, Ehefrau Kaiser Maximilians I.
463 schlug Pius II. vor, Maria mit Maximilian von Habsburg, dem Sohn Kaiser Friedrichs III., zu vermählen, um Karl den Kühnen für einen Kreuzzug zu gewinnen. Karl zögerte jedoch und verhandelte mit weiteren Bewerbern, darunter Herzog Nikolaus von Lothringen, der 1473 starb. 1473 reiste Karl nach Trier zu Kaiser Friedrich III., um über die Ehe zu verhandeln und verlangte dabei seine Erhebung zum König. Die Verhandlungen scheiterten jedoch an den Forderungen Karls und der ablehnenden Haltung der Kurfürsten. Erst 1475 stimmte Karl schriftlich der Vermählung seiner Tochter mit Maximilian zu, und 1476 wiederholte er diese Zusage in Lausanne ohne Bedingungen. Karl fiel schließlich am 5. Januar 1477 in der Schlacht bei Nancy, bevor die Ehe vollzogen wurde.
Nach Karls Tod musste die knapp 20-jährige Maria ihr Erbe unter schwierigen Bedingungen antreten. Ludwig XI. eroberte Arras und Cambrai und ließ Truppen in das Herzogtum Burgund einmarschieren, das er als frei gewordenes Lehen der französischen Krone einziehen wollte. Er forderte zugleich die Verlobung Marias mit seinem siebenjährigen Sohn Karl. Im Januar 1477 konnte er das Herzogtum Burgund fast widerstandslos annektieren und brachte auch die Picardie und Teile des Artois in seine Gewalt. Maria war auf die Hilfe der niederländischen Generalstände angewiesen, die sie zwar als Erbin anerkannten, aber am 11. Februar 1477 zur Gewährung des Großen Privilegs zwangen, in dem sie auf viele Herrschaftsrechte verzichtete.
Kaiser Friedrich III. sandte eine Delegation nach Flandern, um die Ehe per procurationem zu vollziehen, was am 21. April 1477 in Brügge geschah. Maximilian selbst brach erst am 21. Mai 1477 auf und traf nach finanziellen Schwierigkeiten am 18. August 1477 in Gent ein. Dort begegneten sich Maria und Maximilian zum ersten Mal und unterzeichneten noch am selben Tag den Ehekontrakt, der eine gleichberechtigte Herrschaft vorsah. Die eigentliche Hochzeit fand am 19. August 1477 in der Schlosskapelle statt. Die Ehe verlief trotz ihres politischen Zustandekommens glücklich, wurde jedoch vom Burgundischen Erbfolgekrieg gegen Ludwig XI. überschattet, der Maria zwang, zur Finanzierung der Truppen Familiensilber und ihre Gemäldesammlung zu verkaufen.