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Maximilian I. (HRR)

König und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches aus dem Haus Habsburg

Kindheit in Wiener Neustadt

aximilian war der Sohn des römisch-deutschen Kaisers Friedrich III. aus dem Haus Habsburg und dessen Gemahlin Eleonore Helena von Portugal. Per Geburt erhielt er den Titel eines Erzherzogs von Österreich. Vier Geschwister überlebten die frühe Kindheit nicht, nur die Schwester Kunigunde blieb ihm. Friedrich III. konnte wegen Geldmangels und Erbstreitigkeiten keine konsequente Reichspolitik betreiben. Die Opposition seines Bruders Albrecht VI. erreichte 1462 mit der Belagerung des Kaisers in der Wiener Hofburg ihren Höhepunkt, vom 16. und 17. Oktober bis zum 4. Dezember. Hunger und Bedrohung an Leib und Leben waren für den dreijährigen Maximilian ein frühes, wahrscheinlich traumatisches Erlebnis.

Seine Jugend verbrachte Maximilian an den kargen Höfen in Wiener Neustadt und der Grazer Burg. Eine Fehlstellung des Unterkiefers führte zur starken Ausbildung der „Habsburger Unterlippe“, weshalb er vorübergehend an einem Sprachfehler litt. Der Vater befürchtete, sein Sohn könne als debil oder stumm gelten. Die Mutter Eleonore war energisch und temperamentvoll, ihre Fürsorge galt den Kindern; sie legte den Grundstein für das monarchische Bewusstsein ihres Sohnes. Ihr Tod am 3. September 1467 bedeutete für den Achtjährigen einen gewaltigen Einschnitt. Danach bestimmten vom Vater bestellte Lehrer die Ausbildung. Der Kaiser ließ ihm die sieben ritterlichen Behändigkeiten vermitteln. Im Turnier erwarb sich Maximilian den Ruf eines ausgezeichneten Kämpfers.

Der Heiratskandidat

Am 16. Juni 1471 zog Friedrich III. mit dem zwölfjährigen Maximilian in Regensburg ein und präsentierte den Reichsständen und ausländischen Abgesandten seinen Sohn. Bereits 1463 hatte Papst Pius II. eine Ehe zwischen Maximilian und Maria von Burgund vorgeschlagen. Karl der Kühne, Herzog von Burgund, sah in Maximilian einen Heiratskandidaten für seine einzige Tochter. Das Herzogtum galt als erstrebenswertestes Land Europas, gerühmt für seinen Reichtum aus dem Handel der flandrischen Städte und als letzter Hort ritterlicher Kultur. Im September 1473 trafen sich Karl und Friedrich III. auf einem Hoftag in Trier. Karl verlangte seine Erhebung zum König. Die Gespräche scheiterten. Am 25. November 1473 reisten Vater und Sohn in aller Stille ab.

Burgund und die Königswahl

Am 19. August 1477 heiratete Maximilian in Gent Maria von Burgund, die Tochter des kurz zuvor in der Schlacht bei Nancy gefallenen Karl des Kühnen. Damit wurde er iure uxoris Herzog von Burgund. Am 30. April 1478 wurde er in Brügge zum Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies geschlagen und zum Großmeister ernannt. Mit Maria hatte er drei Kinder: Philipp, Margarete und Franz, der 1481 nach der Geburt starb. Die Verbindung wurde zum Ausgangspunkt des jahrhundertelangen habsburgisch-französischen Gegensatzes. Frankreich erkannte die Erbfolge Marias nicht an und besetzte das Herzogtum Burgund. Die Stände der Niederlande rangen Maria das Große Privileg ab.

1479 verhinderte Maximilian durch den Sieg bei Guinegate weitere französische Rückeroberungen. Nach Marias Tod nach einem Jagdunfall 1482 fiel das burgundische Erbe an den Sohn Philipp; Maximilian konnte seine Rechte nur noch als Vormund ausüben und wurde von den niederländischen Ständen nicht anerkannt. Im flandrischen Brügge warfen ihn seine Untertanen von Jänner bis Mai 1488 ins Gefängnis, bis sein Vater ihn befreite. Am 16. Februar 1486 war Maximilian im Kaiserdom von Frankfurt am Main zum römisch-deutschen König gewählt worden, am 9. April 1486 folgte die Krönung in Aachen. Am 19. März 1490 verzichtete Sigmund von Tirol auf die Regentschaft in Oberösterreich. Von Oktober bis Dezember 1490 gewann ein Feldzug Wien, Wiener Neustadt und Bruck zurück.

Am 19. Dezember 1490 heiratete Maximilian per procurationem Anne, die Erbin der Bretagne. 1491 wurde die noch nicht vollzogene Ehe seiner Tochter Margarete mit Karl VIII. aufgelöst, und dieser heiratete stattdessen Anne. Karl schickte Margarete zu Maximilian zurück. Am 16. März 1494 vermählte sich Maximilian in Hall in Tirol in zweiter Ehe mit Bianca Maria Sforza.

König, Kaiser, Heiratspolitik

Nach dem Tod Friedrichs III. 1493 trat Maximilian dessen Nachfolge als regierender römisch-deutscher König und als Herr der Habsburgischen Erblande an. Als Karl VIII. 1495 das Königreich Neapel eroberte, bildete Maximilian mit dem Herzog von Mailand, der Republik Venedig, Papst Alexander VI. und König Ferdinand II. von Aragón die Heilige Liga. Er verlobte seine Tochter Margarete mit Ferdinands Sohn Johann und verheiratete 1496 seinen Sohn Philipp mit Ferdinands Tochter Johanna. Johann starb 1497. Nach weiteren Todesfällen rückte Johanna am 20. Juli 1500 als aragonisch-kastilische Thronerbin nach. Frankreich fühlte sich von Osten und Südwesten bedroht, was die Rivalität weiter verschärfte.

1495 initiierte Maximilian auf dem Reichstag zu Worms eine umfassende Reichsreform. Von ihren Institutionen hatten die Reichskreise und das Reichskammergericht Bestand. Einen Türkenkrieg konnte er nicht beschließen; 1498 kam es zu einem ersten Friedensschluss mit dem Osmanischen Reich. 1491 schloss er mit dem Pressburger Vertrag einen Erbvertrag mit König Vladislav II. von Böhmen und Ungarn. Weil dieser Kinder hatte, die 1503 geborene Anna und den 1506 geborenen Ludwig II., wurde die Vereinbarung 1506 in Wien um wechselseitige Heiraten erweitert. Auf dem Reichstag 1505 zu Köln entschied Maximilian den Landshuter Erbfolgekrieg im Wesentlichen zu Gunsten Albrechts IV. von Bayern und brachte Kufstein, Kitzbühel und Rattenberg an sich.

Am 8. August 1507 ernannte Maximilian auf dem Reichstag in Konstanz den Kurfürsten Friedrich III. von Sachsen zu seinem Reichsvikar für die Zeit seiner Abwesenheit. Am 4. Februar 1508 nahm er mit Zustimmung von Papst Julius II. im Dom von Trient den Titel eines Erwählten Römischen Kaisers an, nachdem sein Romzug am Widerstand der Republik Venedig gescheitert war. 1515 traf er sich in Wien mit Vladislav II. von Ungarn und Böhmen und Sigismund I. von Polen. Die dort arrangierte Doppelhochzeit zwischen Ferdinand I. und Maria mit Anna von Böhmen und Ungarn und Ludwig II. wurde 1521 vollzogen und brachte dem Haus Habsburg 1526 die Kronen von Ungarn und Böhmen ein.

Tod und Nachleben

Maximilian starb am 12. Jänner 1519 auf der Reise von Innsbruck zum Landtag nach Linz in der Burg von Wels, vermutlich an Darmkrebs. Er inszenierte seinen Tod: Vier Jahre lang hatte er seinen Sarg mitgeführt, dann übergab er das kaiserliche Siegel und verbot, ihn mit seinen Titeln anzureden. Er ordnete an, nicht einbalsamiert zu werden, sein Leichnam solle gegeißelt, die Haare geschoren und die Zähne ausgebrochen werden. Beigesetzt wurde er in der Burgkapelle der Burg in Wiener Neustadt. Sein Herz wurde in der Liebfrauenkirche in Brügge im Sarkophag Marias von Burgund beigesetzt. Das Grabmal blieb unvollendet; erst Ferdinand I. ließ es in der Hofkirche in Innsbruck aufstellen. Nachfolger als Kaiser wurde sein Enkel Karl V.

Schulden und Geldgeber

Maximilian hinterließ einen enormen Schuldenberg. Die Kosten seiner Kriege und seiner Hofhaltung deckten die laufenden Einnahmen nicht annähernd, weshalb er ständig neue Kredite bei seinem Hausbankier Jakob Fugger aufnahm. 1501 wurde deshalb ein Haus in Augsburg erworben. Wegen seiner 17 Aufenthalte, insgesamt 2 Jahre und 211 Tage, gab ihm der französische König Franz I. den Spottnamen „Bürgermeister von Augsburg“. Dem Augsburger Bankhaus gelang es, zahlreiche Privilegien zu erlangen. Die Freie Reichsstadt Memmingen besuchte er dreizehnmal und nannte sie seine Ruh und Schlafzell. Leere Kassen brachten ihn zur Ehe mit Bianca Maria Sforza. Er erhielt 400.000 Golddukaten in bar und weitere 40.000 Dukaten in Juwelen. Ludovico Sforza erhielt das Herzogtum Mailand als Lehen des Heiligen Römischen Reiches.

Die Reichsreform

Am 24. November 1494 berief Maximilian einen Reichstag nach Worms ein, der vom 26. März bis zum 7. August 1495 dauerte. Starken Einfluss hatte der Erzbischof und Kurfürst von Mainz als Reichserzkanzler, Berthold von Henneberg, den die Fürsten zum Wortführer der Reichsstände wählten. Ihm waren der Ewige Landfrieden, die Einsetzung des Reichskammergerichts und die „Handhabung Friedens und Rechts“ zu verdanken. Die Kompromisse führten zu vier grundlegenden Reformgesetzen im Reichsabschied von 1495. Vorgesehen war auch der Gemeine Pfennig als erste reichsweite Steuer. Das Reichsgebiet teilte man zunächst in sechs, später in zehn Reichskreise ein. Das Reichskammergericht war die erste Instanz für die reichsunmittelbaren Stände und wurde ab 1527 in Speyer ansässig. Die Einführung des Reichsregiments scheiterte an den Reichsständen.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Maximilian I. (HRR)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 270342625redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Albrecht Dürerentstanden 1519Public domainQuelle