Franz Albrecht von Sachsen-Lauenburg
kaiserlicher Generalfeldmarschall, kursächsischer Feldmarschall
625 trat Franz Albrecht in kaiserliche Dienste und diente als Kavalleriekommandant unter Wallenstein bei der Eroberung von Halle an der Saale. Danach war er an der Eroberung der Mecklenburgischen Herzogtümer beteiligt. 1631 wurde er zum Generalwachtmeister ernannt und nahm am Erbfolgekrieg in Mantua teil. Nach der Rückkehr quittierte er den kaiserlichen Dienst.
Als Privatmann wollte Franz Albrecht als Friedens-Emissär wirken. Im Herbst 1632 besuchte er Wallenstein im Heerlager bei Nürnberg und danach dessen Gegner Gustav Adolf. Er erhielt die Erlaubnis, den schwedischen König in der Schlacht bei Lützen im November 1632 als Mitglied der Leibgarde zu begleiten und war beim tödlichen Rückenschuss auf Gustav Adolf in dessen unmittelbarer Nähe. Er floh vom Schlachtfeld und wurde deshalb jahrelang von den Schweden verdächtigt und gehasst, den König erschossen zu haben. Dieser Verdacht traf nicht zu, denn Gustav Adolf wurde vom kaiserlichen Oberstleutnant Moritz von Falkenberg erschossen, der danach auch auf Franz Albrecht schoss, der den Schuss abwehren konnte. Falkenberg wurde daraufhin von Franz Albrechts Stallmeister Wolf Sigmund von Lüchau erschossen.
Wegen der Verdächtigungen trat Franz Albrecht in sächsische Dienste und wurde kursächsischer Feldmarschall. Er verhandelte mit Graf Gallas über eine Waffenruhe in Schlesien und eine Verständigung Kursachsens mit Wallenstein. Im Februar 1634 sandte Wallenstein ihn von Pilsen aus zu Bernhard von Weimar nach Regensburg, um militärische Unterstützung zu erbitten. Bernhard, der Regensburg im November 1633 für die Schweden zurückerobert hatte, misstraute Wallenstein und ließ sich nicht überzeugen, obwohl Franz Albrecht eine hohe Geldsumme für den Altar der Dreieinigkeitskirche in Regensburg spendete, an die noch heute das Wappen von Sachsen-Lauenburg erinnert. Auf dem Rückweg wurde Franz Albrecht von kaiserlichen Truppen gefangen genommen, nach Eger gebracht, wo man ihm Wallensteins Leiche zeigte, und dann nach Wien gebracht. Dort wurde er der Mitwisserschaft an Wallensteins Konspiration gegen Kaiser Ferdinand II. bezichtigt und gemeinsam mit seinem Bruder Julius Heinrich verhaftet. Im August 1635 wurde er aus der Haft entlassen.
1641 übernahm Franz Albrecht auf dem Reichstag in Regensburg nach dem Tod von Arnim als kaiserlicher Feldmarschall das Kommando über ein Heer, das er in der Oberlausitz neu aufstellen sollte. Damit eroberte er fast alle schwedischen Stützpunkte in Schlesien zurück, da die Schweden nach dem Tod von Johan Banér geschwächt waren. Nach dem Wiedererstarken der Schweden unter Lennart Torstensson überraschte deren Angriff im Frühjahr 1642 die kaiserlichen Truppen unter Erzherzog Leopold Wilhelm. Nachdem sich am 27. April 1642 die Heere Torstenssons und Stålhandskes bei Sorau vereinigt und Glogau erobert hatten, versuchte Franz Albrecht von Breslau aus, den Angriff vor Schweidnitz aufzuhalten. Sein Korps wurde geschlagen, er selbst schwer verwundet, geriet in Gefangenschaft und starb am 10. Juni 1642.