Friedrich Wilhelm III. (Preußen)
König von Preußen (von 1797 bis 1840) und Kurfürst von Brandenburg
er Friede von Basel von 1795 führte zum Ausscheiden Preußens aus den Koalitionen gegen das revolutionäre Frankreich. Preußen und Frankreich vereinbarten, die Neutralität Norddeutschlands zu achten. Dadurch konnte Preußen sein Einflussgebiet im Heiligen Römischen Reich auf Kosten der Habsburger ausbauen, die weiterhin Krieg führten. Diplomatisch bedeutete diese Politik jedoch, dass Preußen keinen verlässlichen Bündnispartner hatte. Der kriegführende Süden des Heiligen Römischen Reiches wurde gegenüber Frankreich so geschwächt, dass französische Truppen tief in das Reich vordringen konnten.
Nachdem sich französische Provokationen gehäuft hatten, befahl Friedrich Wilhelm III. am 9. August 1806 die Mobilmachung seiner Armee. Am 26. September schrieb er an Napoleon und forderte die Anerkennung der preußischen Neutralitätszone sowie die Rückgabe preußischer Gebiete am Niederrhein. Am 27. September 1806 folgte ein Ultimatum: Napoleon solle bis zum 8. Oktober 1806 mit dem Rückzug seiner Truppen hinter den Rhein beginnen. Die Rheinbundakte und die Schaffung des Rheinbundes hätten den Frieden von Basel und die preußische Neutralitätszone ad absurdum geführt. Der König bezichtigte Napoleon damit des Vertragsbruches.
Der militärische, politische und wirtschaftliche Zusammenbruch Preußens zwang Friedrich Wilhelm III. zur Einsicht, dass nur radikale Reformen helfen konnten. Er ließ zu, dass ein Führungskader aus Ministern und Beamten Regierungsedikte erließ, die Preußen zu einem modernen Staat machen sollten. Man spricht von den Preußischen Reformen, vorangetrieben vom Freiherrn vom Stein, von Karl August von Hardenberg, Wilhelm von Humboldt und Militärs wie Gerhard von Scharnhorst und Neidhardt von Gneisenau. Infolge der Reformen besserten sich die Lage des Landes und die Beziehung zwischen Volk und König.
Am 26. September 1815 unterzeichneten Friedrich Wilhelm III., der österreichische Kaiser und der russische Zar die Gründungserklärung der Heiligen Allianz. Darin versprachen sich die drei Ostmächte Beistand und Interventionen im Falle revolutionärer Ereignisse. Die Allianz wurde zu einem wirkungsvollen Instrument gegen liberale Bestrebungen. Ihre Politik war reaktionär und restaurativ, verschaffte Kerneuropa aber eine lange Friedensperiode nach den Kriegen seit der Französischen Revolution bis Waterloo. Außenpolitisch verfolgte Friedrich Wilhelm weiter jene Ideen, mit denen er schon als junger König angetreten war: Neutralität und Frieden.