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Fugger

schwäbisches Kaufmannsgeschlecht

Ursprung

ie Familie geht auf Johann Fugger zurück, einen Webermeister aus Graben. Sein Sohn Hans Fugger zog 1367 nach Augsburg. Dort stieg er zunächst als Weber in der Zunft auf und baute sein Geschäft in Richtung des Textilhändlers aus, wobei er vom damaligen Barchent-Boom profitierte. Ende des 14. Jahrhunderts handelte er als „Weber-Verleger“ mit Leintuch, das er bei bayerischen Webern aufkaufte und verkaufte. Er wurde Vorstand der heimischen Weberzunft und begann, bayerisches Leinentuch bis nach Italien zu exportieren.

Hans Fugger war der Vater von Andreas Fugger, 1394/95 bis 1457/58, dem Stammvater der Fugger vom Reh, sowie von Jakob Fugger dem Älteren, nach 1398 bis 1469, dem Stammvater der Fugger von der Lilie. Nach der Aufteilung des Familienvermögens im Jahr 1455 gingen die beiden Familien getrennte Wege. Die Fugger von der Lilie waren im 16. Jahrhundert sehr erfolgreich und einflussreich. Die Familienfirma der Linie Fugger vom Reh war zunächst ebenfalls erfolgreich, wurde aber Ende des 15. Jahrhunderts zahlungsunfähig.

Das zwischen 1545 und 1549 gestaltete „Ehrenbuch der Fugger“ hat die Legende aufkommen lassen, die Firma des Andreas Fugger habe einen raschen und prachtvollen Aufstieg genommen, während Jakob der Ältere seine Firma langsam und vorsichtig ausgebaut habe. Die neuere Forschung hat diese Darstellung widerlegt. Die Firma der Fugger von der Lilie war bereits früher erfolgreicher als die der Verwandtschaft vom Reh. Für den Ort Graben wurde die Familie so bedeutend, dass er das Reh und die Lilie in sein Gemeindewappen aufnahm.

Fugger von der Lilie

Das Unternehmen der Fugger von der Lilie erlangte unter Jakob Fugger „dem Reichen“ und seinem Neffen Anton Fugger Weltgeltung. Ab 1511 stiegen die Mitglieder der Familie in den Adel auf. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts nahmen sie hohe kirchliche und weltliche Ämter ein. Nach dem Erwerb der Grafschaft Kirchberg und der Herrschaften Weißenhorn, Wullenstetten, Pfaffenhausen sowie von Resten der früheren Grafschaft Marstetten wurde der ursprünglich bürgerliche Kaufherr, Montanunternehmer und Bankier Jakob Fugger „der Reiche“ 1514 in den Reichsgrafenstand erhoben. Nach ihm stieg sukzessive die gesamte Familie in den Adel beziehungsweise in den Reichsgrafenstand auf.

Die Fugger-Babenhausen wurden 1803, die Fugger von Glött 1913 in den Fürstenstand erhoben. Die Familie zählt damit zu den wenigen deutschen Kaufmannsfamilien, die aus dem Briefadel bis in den Hochadel aufstiegen, wie es in Italien häufiger geschah. Drei Angehörige des Hauses Fugger von der Lilie waren als Fürstbischöfe von Konstanz und Regensburg Reichsfürsten. Weitere Angehörige hatten hohe und höchste Staats- und Kirchenämter inne.

Mehrere Fugger machten sich als Kunstförderer und Stifter einen Namen. Die bekanntesten Stiftungen sind die Fuggerkapelle in der Augsburger Kirche St. Anna und die Fuggerei, heute die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt. Zweige der Familie sind bis heute auf dem Fuggerschloss Babenhausen, auf Schloss Kirchheim und Schloss Oberkirchberg ansässig.

Fugger vom Reh

Das Unternehmen der Fugger vom Reh betrieb bereits um die Mitte des 15. Jahrhunderts Handel zwischen den deutschen Hansestädten, Antwerpen und London, Mailand und Venedig, Leipzig und Frankfurt a. d. Oder. Im Jahr 1462 bekamen Lukas Fugger und seine Brüder ihr Wappen mit dem Wappenbild eines springenden Rehs verliehen.

Für die Zahlungsunfähigkeit der Firma sorgte letztlich eine einzige Fehlentscheidung: ein ungenügend abgesicherter Kredit an Erzherzog Maximilian I. Für seine Schulden ließ der Habsburger die Stadt Löwen bürgen, bei der die Forderungen der Fugger vom Reh dann jedoch nicht einzutreiben waren. In den letzten Jahren des 15. Jahrhunderts gerieten die Fugger vom Reh deshalb in Zahlungsschwierigkeiten, ihre Firma ging bankrott. Die Nachfahren hatten keine überörtliche Bedeutung mehr, erlangten aber in zwei Linien den sogenannten rittermäßigen Adelsstand.

Die heutigen Angehörigen der Familie Fugger vom Reh tragen zumeist den Nachnamen „Fugger“ und sind so auf den ersten Blick nicht als Nachkommen der Augsburger Fugger erkennbar. Lediglich zwei Familienmitglieder tragen den traditionellen Namen „Fugger von dem Rech“. „Rech“ ist die spätmittelhochdeutsche Form von „Reh“, dem Wappentier der Familie. Namensträger „Fugger vom Reh“ gibt es hingegen nicht.

Die Fugger heute

In Schwaben sind heute noch drei Familien Fugger ansässig: die Fürsten Fugger von Glött auf Schloss Kirchheim, die Grafen Fugger von Kirchberg auf Schloss Oberkirchberg bei Ulm und die Fürsten Fugger-Babenhausen auf Schloss Babenhausen und auf Schloss Wellenburg bei Augsburg.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel FuggerVersionsgeschichteBearbeitungsstand 268936166redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Albrecht Dürerentstanden um 1520CC BY-SA 4.0Quelle