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Galizien

historische Landschaft in der Westukraine und Südpolen

m 12. Jahrhundert entstanden die Fürstentümer Halytsch und Wolodymyr, auf die der spätere Name des habsburgischen Kronlandes zurückgeht. Beide zeichneten sich durch Handel und Wohlstand aus, waren aber wiederholt Schauplatz von Kämpfen zwischen der Rus, Ungarn und Polen. 1182 vertrieb Kasimir, Herzog der Polen, Fürst Roman Mstislawitsch, der später das Gebiet zurückgewann und 1199 Halytsch mit Wolodymyr zum Fürstentum Halitsch-Wolhynien vereinigte, bevor er 1205 im Kampf gegen Polen fiel. Im selben Jahr nahm der ungarische König Andreas II. den Titel Galiciae et Lodomeriae Rex an. 1225 beherrschte Romans Sohn Daniel Romanowitsch das Herzogtum Halytsch, verlor es aber 1236 vorübergehend an Ungarn. Durch den Mongolensturm 1241 wurde Galizien schwer in Mitleidenschaft gezogen, und Daniel musste das Supremat der Goldenen Horde anerkennen.

Die Konföderation von Bar sorgte von 1768 bis 1772 für Unruhe im südlichen Polen. Schon 1769 wurde das Pfandgebiet Zips von österreichischen Truppen besetzt, im Jahr darauf folgten Teile der Starosteien von Nowy Targ, Czorsztyn und Nowy Sącz mit dem Land Muszyna. Am 21. Mai 1771 wurden die polnischen Adelsgeschlechter bei Lanckorona von Russland geschlagen. Im Februar 1772 schlossen Preußen, Russland und Österreich das Petersburger Abkommen. Die militärische Besetzung leitete Feldmarschall Nikolaus I. Joseph Esterházy de Galantha mit General Andreas Hadik aus Ungarn und General Richard d’Alton aus Schlesien. D’Altons Armee marschierte am 12. Mai bei Biala in Polen ein, zwei Tage später überschritt ein Korps aus Prešov die ungarisch-polnische Grenze. D’Alton eroberte die Burg in Lanckorona am 8. Juni und besetzte bis 11. Juni Tyniec und Wieliczka.

1772 fielen bei der ersten Teilung Polens Galizien, die Woiwodschaft Ruthenien sowie der südliche Teil Kleinpolens an die Habsburgermonarchie. Zusammen mit den zuvor besetzten Gebieten Nowy Targ, Czorsztyn und Nowy Sącz wurden sie zum Kronland Königreich Galizien und Lodomerien zusammengefasst. Zunächst in sechs Landesteile mit 59 Kreisdistrikten gegliedert, wurde die Zahl der Kreisdistrikte zwei Jahre später auf 19 reduziert, 1782 blieben nur noch 18 Kreise mit je einem Kreishauptmann. Starosteien und Woiwodschaften wurden aufgelöst, die ehemaligen Krongüter gingen an das Haus Habsburg über, das polnische Gerichtswesen wurde durch eine neue Rechtsordnung ersetzt. Zivilgouverneur wurde Graf Johann Anton von Pergen. 1774 erwarb Österreich zudem die Bukowina vom Osmanischen Reich.

1804 wurde Galizien integraler Bestandteil des neuen Kaisertums Österreich. Das ab 1818 beziehungsweise 1820 bis 1850 vorübergehend aus Galizien ausgegliederte und Österreichisch-Schlesien zugeordnete Herzogtum Auschwitz-Zator war in dieser Zeit formales Mitglied des Deutschen Bundes, obwohl es vor 1772 Polen und nicht dem Heiligen Römischen Reich unterstanden hatte. Im 19. Jahrhundert konnten sich die Bauern durch fortschreitende Parlamentarisierung zunehmend emanzipieren, während die Stellung des Adels trotz wachsender Anlehnung an den österreichisch-ungarischen Staat erodierte. Anders als in manchen Regionen gelang es dem galizischen Adel nicht, seine politische Führungsstellung durch Kooperationen zu stabilisieren. 1907 und 1911 wählte Galizien bei allgemeinem Männerwahlrecht Abgeordnete in den Reichsrat in Wien.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel GalizienVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269493037redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Ingo Mehlingentstanden 2019CC BY-SA 4.0Quelle