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Giovanni Villani

italienischer Geschichtsschreiber († 1348)

illani stammte aus einer angesehenen Florentiner Familie und schlug wie sein Vater den kaufmännischen Weg ein. Spätestens seit 1300 war er Teilhaber der Peruzzi-Kompanie. Im Jubeljahr 1300 reiste er als deren Vertreter nach Rom, verhandelte dort mit Papst Bonifatius VIII. und wurde von den antiken Denkmälern der Stadt so beeindruckt, dass er beschloss, eine Chronik seiner Vaterstadt Florenz zu verfassen. Noch im selben Jahr begann er mit diesem Vorhaben. Von etwa 1302 bis 1307 hielt er sich auf Geschäftsreisen in Flandern, Frankreich und der Schweiz auf.

Seit 1316 bekleidete Villani wichtige Ämter der Stadtregierung. Von 1316 bis 1317 war er priore und wirkte am Friedensschluss mit Pisa und Lucca mit. 1317 leitete er das Münzwesen, 1321 bis 1322 überwachte er als priore den Bau der Stadtmauern. 1325 zog er mit einem Heer gegen Castruccio Castracani und erlebte die Niederlage bei Altopascio. 1328 war er zum dritten Mal priore und suchte Florenz vor einer schweren Hungersnot zu bewahren. 1329 traf er als Gesandter den päpstlichen Legaten Bertrand du Pouget in Bologna, 1330 beaufsichtigte er den Bau der Bronzetüren des Baptisteriums und des Campanile der Badia. Ein Plan, Lucca für 80.000 Florin zu erwerben, scheiterte an inneren Konflikten. 1331 überschritt er nach einem Prozess wegen Amtsmissbrauchs, von dem er freigesprochen wurde, den Höhepunkt seiner politischen Laufbahn.

Villani blieb dennoch zu den vermögendsten Bürgern von Florenz zählend. 1341 wurde erneut über den Kauf Luccas verhandelt, diesmal mit Mastino II. della Scala für 250.000 Florin, und Villani wurde als Bürge nach Ferrara überstellt. 1342 geriet er in die Pleite der Buonaccorsi-Gesellschaft, musste mehrere Konkursverfahren abwickeln und saß 1346 wegen Zahlungsunfähigkeit kurzzeitig im Schuldgefängnis. Auf Kaution freigelassen, starb er im Sommer 1348 an der Pest. Seine Tochter wurde seine Erbin, daneben hinterließ er den unehelichen Sohn Bernardo.

Villanis Nuova Cronica beginnt wie andere mittelalterliche Chroniken mit dem Turmbau zu Babel und folgt zunächst unkritisch der Überlieferung, etwa zu Karl dem Großen und den deutschen Kaisern. Ab dem 13. Jahrhundert werden die Schilderungen zuverlässiger, auch wenn Fehler vorkommen, etwa bei der Alpenüberquerung Heinrichs VII. Die Chronik vertritt einen guelfischen, aber ausgewogenen Standpunkt und ist für Heinrichs VII. Italienzug eine wichtige Quelle. Sie enthält zudem detaillierte Angaben zu Finanzen, Verwaltung und Bevölkerung von Florenz. Nach Villanis Tod führte sein Bruder Matteo, später dessen Sohn Filippo, das Werk bis 1364 fort.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Giovanni VillaniVersionsgeschichteBearbeitungsstand 267818382redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Sailkoentstanden 2021CC BY 3.0Quelle