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Bonifatius VIII.

193. Papst der katholischen Kirche

ach der Schlacht bei Benevent 1266 hatte das Papsttum die Staufer als Gegner im Streit um Sizilien verloren, doch an ihre Stelle traten Frankreich und Aragón. Die Aragoneser hielten Sizilien besetzt, während das Haus Anjou von Neapel aus das süditalienische Festland regierte. Bonifatius beanspruchte die Lehnshoheit über Sizilien und erreichte im Frieden von Anagni 1295, dass Jakob II. von Aragón die Insel an den Papst abtrat. Doch das sizilianische Volk unterstützte stattdessen Friedrich, der sich 1296 zum König krönte und sich in die staufische Tradition stellte. Der Papst versuchte vergeblich, ihn mit der byzantinischen Kaiserkrone zum Verzicht zu bewegen, und hetzte Jakob II. gegen seinen Bruder auf. Sizilien leistete sechs Jahre Widerstand, bis 1302 der Friede von Caltabellotta geschlossen wurde, dem sich Bonifatius nur widerwillig anschloss. Zur selben Zeit litten die Juden unter Verfolgungen, denen sich der Rabbiner Elia de Pomis durch Selbstopferung entgegenzustellen suchte.

Die Besteuerung des französischen Klerus führte zum offenen Konflikt zwischen Bonifatius und Philipp IV. von Frankreich. In der Bulle Clericis laicos von 1296 stellte der Papst weitreichende Forderungen auf, musste sie aber 1297 zurücknehmen, als er mit den Colonna-Kardinälen in Streit geriet, die die Abdankung Coelestins für illegal erklärt hatten. Bonifatius führte daraufhin Krieg gegen die Colonna, beschlagnahmte ihren Besitz und ließ ihre Städte zerstören. Die geflohenen Kardinäle fanden Zuflucht beim französischen König. Der Konflikt eskalierte weiter, unter anderem durch die Festnahme des päpstlichen Legaten 1301, und gipfelte 1302 in der Bulle Unam Sanctam, die den unbedingten Vorrang geistlicher vor weltlicher Macht behauptete. Ein weiterer Streitpunkt war die Causa des Bernard Saisset, den Philipp der Häresie anklagte und inhaftierte, was den Grundsatz verletzte, dass Kleriker nicht weltlicher Gerichtsbarkeit unterliegen.

Im Juni 1303 erhob eine von den Colonna angestoßene Versammlung in Paris schwere Anschuldigungen gegen Bonifatius, um ein Konzil zu seiner Absetzung herbeizuführen. Als Philipp der Schöne sich dem anschloss, berief der Papst für den 8. September 1303 ein Konsistorium ein, auf dem die Exkommunikation des Königs verkündet werden sollte. Einen Tag zuvor, am 7. September 1303, kam es zum Attentat von Anagni, bei dem Sciarra Colonna und Wilhelm von Nogaret im Auftrag Philipps mehrere Kardinalspaläste stürmen ließen und den Papst misshandelten. Bonifatius weigerte sich abzudanken und wurde nach zwei Tagen von den Bürgern Anagnis befreit. Er starb kurz darauf, am 11. Oktober 1303, in Rom. Sein Nachfolger wurde Benedikt XI., dem 1305 Clemens V. folgte, der 1306 die Bulle Clericis laicos widerrief und 1309 den Papstsitz nach Avignon verlegte.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Bonifatius VIII.VersionsgeschichteBearbeitungsstand 267732687redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Giotto di Bondoneentstanden 1300Public domainQuelle