Anagni
italienische Gemeinde
nagni war im Mittelalter Residenz mehrerer Päpste und Ort von Konklaven. Innozenz III., Gregor IX., Alexander IV. und Bonifatius VIII. residierten hier. 1106 wurde Otto von Bamberg im Dom von Papst Paschalis II. gegen dessen Willen zum Bischof von Anagni gewählt. Gregor IX. exkommunizierte Friedrich II. zweimal, 1227 und 1239, am selben Ort. Papst Hadrian IV. starb am 1. September 1159 in Anagni. Am 7. September 1303 wurde Papst Bonifatius VIII. in seiner Landvilla bei Anagni überfallen, verprügelt und mit dem Tod bedroht. Die Häscher versuchten, ihn zu entführen, wurden aber von den Bürgern angegriffen und mussten ihn nach drei Tagen freilassen. Dieser Vorfall ging als Attentat von Anagni in die Geschichte ein und gab den Auftakt zur Verlegung der Papstresidenz nach Avignon. Mit dem Ende des Mittelalters verlor Anagni seine Bedeutung, 1556 wurde es vom Herzog von Alba geplündert.
Die Altstadt von Anagni ist gut erhalten und umfasst viele Häuser aus dem 13. bis 15. Jahrhundert. Der Dom Santa Maria zählt zu den schönsten romanischen Bauwerken Latiums. Sein größter Teil geht auf die erste Bauphase von 1077 bis 1104 zurück, das Querschiff wurde um 1200 errichtet. Papst Alexander IV. weihte 1255 die große Hallenkrypta, deren Fresken zwischen 1231 und 1255 entstanden und vollständig erhalten sind. Unterhalb des Doms steht der Papstpalast aus dem frühen 13. Jahrhundert mit ausgemalten Sälen. Der Palazzo Comunale aus dem 13. Jahrhundert besitzt einen großen gewölbten Durchgang. Die Casa Barnekow ist ein Wohnhaus aus dem 14. Jahrhundert.
Anagni liegt in der Ciociaria auf einem langgestreckten Hügel oberhalb des Sacco-Tals, 66 Kilometer südöstlich von Rom und 22 Kilometer nordwestlich von Frosinone. Die Stadt ist Mitglied der Comunità Montana Monti Ernici. Nachbargemeinden sind Acuto, Ferentino, Fumone, Gavignano, Gorga, Montelanico, Paliano, Piglio und Sgurgola.