Avignon
Stadt und Gemeinde in der Provence in Südfrankreich
Das Papsttum von Avignon
u Beginn des 14. Jahrhunderts verlegten Machtkämpfe in Rom und die französische königliche Hegemonie den Sitz der Päpste nach Avignon. Die provenzalische Stadt war fast siebzig Jahre lang, von 1309 bis 1378, Hauptstadt des Christentums und beherbergte sieben französische Päpste. Diese erneuerten durch kulturelle und administrative Arbeit die Rolle des Pontifikats.
Nach dem Papsttum
Nach dem Weggang des letzten Gegenpapstes zu Beginn des fünfzehnten Jahrhunderts blieben Avignon und die Grafschaft Venaissin unter Verwaltung eines päpstlichen Gesandten. Als 1481 die Provence an das Königreich Frankreich fiel, besaß die Stadt sogar den Status einer päpstlichen Enklave auf französischem Boden. Von den in Frankreich wütenden Hugenottenkriegen blieb auch Avignon nicht verschont.
Der Papstpalast
Der Papstpalast war von 1309 bis 1417 Sitz des avignonesischen Papsttums und Residenz der Päpste. Der französische König Philipp IV. hatte im Jahr 1309 durch machtpolitische Ränkespiele die Wahl eines französischstämmigen Papstes durchgesetzt, der nicht in Rom, sondern in Avignon residierte. Damit stellte Philipp das fundamentale Selbstverständnis der katholischen Kirche in Frage, wonach ihr Oberhaupt in Rom residieren soll, weil der erste Papst, der Apostel Petrus, traditionell als erster Bischof von Rom gilt.
Die Universität
Die Universität Avignon wurde 1303 durch Papst Bonifatius VIII. gegründet und danach von Karl II., dem König von Sizilien und Grafen der Provence, gefördert. Sie behauptete sich fast 500 Jahre lang und wurde am 15. September 1793 per Dekret geschlossen.