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Gottfried Wilhelm Leibniz

deutscher Philosoph und Wissenschaftler

eibniz wurde am 21. Juni 1646 in Leipzig geboren und am 23. Juni in der Leipziger Nikolaikirche getauft. Sein Vater Friedrich Leibnütz war Jurist, Notar und Professor für Moralphilosophie, seine Mutter Catharina Tochter des Leipziger Professors Wilhelm Schmuck. Nach dem frühen Tod des Vaters erhielt der Sohn weitgehend unbeaufsichtigten Zugang zur Familienbibliothek, was seinen autodidaktischen Bildungsweg prägte. Latein und Griechisch lernte er selbständig, und schon als Dreizehnjähriger beschäftigte er sich mit logischen Fragestellungen. Von 1655 bis 1661 besuchte er die Nikolaischule in Leipzig.

Leibniz beschränkte seine Reformbestrebungen nicht auf das Privatrecht, sondern erstreckte sie auch auf das Öffentliche Recht. Besonders beschäftigte ihn das Deutsche Reich mit den Spannungen zwischen den Souveränitätsansprüchen der Territorialfürsten und dem Majestätsrecht des Kaisers. Hinzu kamen die machtpolitischen Kämpfe in Europa, die das Verhältnis der Nationen aus dem Gleichgewicht gebracht hatten. Zudem untersuchte er die rechtliche Bedrängnis der Kirche im Streit der Konfessionen. Seine Vorschläge zur Lösung des Souveränitätsproblems gelten auch aus heutiger Sicht noch als interessant.

Zeitlebens interessierte sich Leibniz für historische Themen, die ihm für seine juristisch-politischen Gutachten am Hannoveraner Hof wertvolles Argumentationsmaterial boten. Ab 1685 wurde die historische Forschung zum Schwerpunkt seiner dienstlichen Tätigkeit: Nach dem Scheitern seines Bergbauprojekts im Harz erhielt er den Auftrag, die Geschichte des Welfenhauses von dessen Ursprüngen bis in die eigene Gegenwart auszuarbeiten. Dies sollte den Ruhm der politisch ambitionierten Dynastie mehren und ihr auch in konkreten politischen Fragen nützen. Das niemals abgeschlossene Projekt beschäftigte ihn fortan für den Rest seines Lebens, und wiederholt beklagte er, dass ihn dieser „Sisyphusfelsen“ von seinen anderen Interessen abhalte.

Eine weitere Rechenmaschine von Leibniz blieb reines Konzept: die Machina deciphratoria, ein kryptologisches Gerät. Bereits in den späten 1670er Jahren hatte er die Chiffriermaschine erfunden, beschrieb sie aber erst 1688 in einem Schriftsatz für eine Audienz bei Kaiser Leopold I. in Wien. Damit nahm er das Prinzip der Rotor-Schlüsselmaschine um reichlich 200 Jahre vorweg. In den Jahren 2010 bis 2011 rekonstruierte Nicholas Rescher das Prinzip aus Leibniz' Aufzeichnungen, Klaus Badur setzte den Entwurf in Detailkonstruktionen um, und das funktionierende Gerät wurde 2014 von der Firma G. Rottstedt in Garbsen gebaut.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Gottfried Wilhelm LeibnizVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270400408redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Christoph Bernhard Franckeentstanden 1695Public domainQuelle