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Welfen

deutsches Adelsgeschlecht

Aufstieg zu Herzögen von Bayern und Sachsen

elf IV., Sohn Kunigundes und Alberto Azzos, wurde 1070 von König Heinrich IV. zum Herzog von Bayern ernannt. Mit ihm und seinen Söhnen Welf V. und Heinrich dem Schwarzen begann die Zeit welfischer Opposition gegen die Staufer. Heinrich der Schwarze begründete durch die Ehe mit Wulfhild die welfische Macht in Sachsen, sein Sohn Heinrich der Stolze erwarb durch Heirat mit Gertrud von Sachsen den brunonischen Hausbesitz um Braunschweig und den Titel Herzog von Sachsen. Der Schritt zum Königtum gelang den Welfen jedoch nicht: 1138 wurde stattdessen der Staufer Konrad III. gewählt. Als Heinrich auf eines seiner Herzogtümer nicht verzichten wollte, kam es zum Streit, zur Reichsacht gegen ihn und zum Entzug beider Herzogtümer.

Der welfische Kaiser und sein Sturz

Ein letztes Aufflackern welfischer Opposition war die Wahl Ottos IV., Sohn Heinrichs des Löwen, 1198 zum Gegenkönig gegen Philipp von Schwaben. Nach dessen Ermordung 1208 wurde Otto 1209 durch Papst Innozenz III. zum einzigen welfischen Kaiser gekrönt, geriet aber wegen seines Versuchs, Sizilien einzugliedern, unter Kirchenbann. 1214 unterlag Otto in der Schlacht bei Bouvines dem französischen König Philipp II. August, was ihn im Thronstreit mit Friedrich II. entscheidend schwächte. Otto IV. starb 1218 auf der Harzburg, Friedrich II. wurde sein Nachfolger. Über Ottos Nichte Agnes fiel 1214 auch die Kurpfalz von den Welfen an die Wittelsbacher.

Das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg

Das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg entstand aus den welfischen Eigengütern in Sachsen. Otto das Kind übertrug diese formell auf Kaiser Friedrich II. und erhielt sie am 21. August 1235 auf dem Hoftag zu Mainz als Reichslehen zurück. Namensgebend waren die Städte Braunschweig und Lüneburg. Als Gesamtherrschaft bestand das Herzogtum nur bis zur ersten Teilung 1269, danach entstanden die Fürstentümer Braunschweig und Lüneburg, die reichsrechtlich als ungeteiltes Reichslehen fortbestanden. Im Verlauf der Jahrhunderte wurde es mehrfach geteilt, wobei sich die Linien bei Aussterben gegenseitig beerbten. Die Teilfürstentümer bestanden bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel WelfenVersionsgeschichteBearbeitungsstand 268912108redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
unbekannt; wohl im Kloster Weingarten entstandenentstanden 1168–1200Public domainQuelle